Welche Sprache spricht man in Deutschland? | Entdecke die Sprachenvielfalt des Landes und welche Fremdsprache am meisten verbreitet ist. ✓

Deutschland – das Land der Dichter und Denker, aber auch der Dialekte und Migrantensprachen! Dieser umfassende Guide beantwortet alle Fragen: Welche Sprache spricht man in Deutschland? Welche Minderheitensprachen sind anerkannt? Wie viele Dialekte gibt es? Erfahre alles über die Sprachenvielfalt im Herzen Europas.
Quick Facts: Sprachen in Deutschland im Überblick
| Kategorie | Details |
|---|---|
| Offizielle Amtssprache | Deutsch (de facto, nicht in Verfassung!) |
| Deutsch-Sprecher | Ca. 95% der Bevölkerung (80+ Millionen) |
| Bevölkerung | Ca. 84 Millionen Menschen |
| Hauptstadt | Berlin – 3,7 Millionen Einwohner |
| Anerkannte Minderheitensprachen | Dänisch, Nordfriesisch, Saterfriesisch, Sorbisch (Ober- & Niedersorbisch), Romani |
| Größte Migrantensprachen | Türkisch (2,5 Mio.), Russisch (2,3 Mio.), Polnisch (1,5 Mio.), Arabisch (1,2 Mio.) |
| Dialekte | 16+ Dialektgruppen (Bairisch, Schwäbisch, Sächsisch, Plattdeutsch, etc.) |
| Englisch-Kenntnisse | Ca. 56% sprechen Englisch (besser bei jungen Menschen) |
| Besonderheit | Deutsch hat KEINEN Verfassungsstatus! (anders als in Frankreich, Österreich) |
Deutschland: Geographie und Geschichte
Geographische Lage
Deutschland liegt im Herzen Europas mit 357.376 km²:
– Norden: Dänemark, Nord- & Ostsee
– Osten: Polen, Tschechien
– Süden: Österreich, Schweiz
– Westen: Frankreich, Luxemburg, Belgien, Niederlande
16 Bundesländer: Föderale Struktur, jedes Land mit eigener Bildungs- und Kulturpolitik.
Geschichte und Sprachentwicklung
Althochdeutsch (750-1050)
Frühe Form des Deutschen, viele regionale Varianten.
Mittelhochdeutsch (1050-1350)
Blütezeit der Minnesänger, noch keine Standardsprache.
Luther-Bibel (1522-1534)
Martin Luthers Bibelübersetzung schuf Grundlage für Standarddeutsch! Er kombinierte verschiedene Dialekte.
Standardisierung (17.-19. Jahrhundert)
Grammatiken, Wörterbücher (Adelung, Grimm) vereinheitlichen Deutsch.
Deutsches Reich (1871-1918)
Vereinigung führt zu stärkerer sprachlicher Einheit, Standarddeutsch in Schulen.
Nationalsozialismus (1933-1945)
Missbrauch der deutschen Sprache für Propaganda, Verfolgung von Minderheitensprachen.
Teilung (1949-1990)
DDR vs. BRD: Leichte sprachliche Unterschiede (v.a. Vokabular).
Wiedervereinigung (1990)
Angleichung, aber Ost-West-Unterschiede bleiben teilweise.
Migration (1960er-heute)
Gastarbeiter (Türken, Italiener, Griechen), Flüchtlinge (2015+) → große Migrantensprachen-Gemeinschaften.

Die Amtssprache: Deutsch
Deutsch ist de facto die Amtssprache, steht aber NICHT in der Verfassung (Grundgesetz)!
Was ist Deutsch?
Sprachfamilie: Westgermanisch (indogermanisch)
Verwandt mit: Niederländisch, Englisch, Friesisch, Jiddisch
Sprecher weltweit:
– Muttersprachler: 95-100 Millionen
– Total: 130 Millionen
– 12. meistgesprochene Sprache der Welt
Amtssprache in:
– Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein, Luxemburg, Belgien (Deutschsprachige Gemeinschaft), Südtirol (Italien)
Besonderheiten der deutschen Sprache
Alphabet: Lateinisch + Umlaute (ä, ö, ü) + ß (Eszett/scharfes S)
Grammatik:
– 4 Fälle (Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ)
– 3 Geschlechter (maskulin, feminin, neutrum)
– Trennbare & untrennbare Verben
– Komplexe Wortbildung (Komposita!)
– Beispiel: Donaudampfschifffahrtsgesellschaftskapitän
Aussprache:
– Konsonantenhäufungen (z.B. „Herbst“)
– CH-Laut (ich vs. ach)
– Umlaute
Rechtschreibreform 1996/2006:
Kontroverse Änderungen (z.B. „daß“ → „dass“), heute weitgehend akzeptiert.
Warum steht Deutsch NICHT in der Verfassung?
Das Grundgesetz (1949) erwähnt Deutsch nicht als Amtssprache! Gründe:
– Selbstverständlichkeit (kein Bedarf gesehen)
– Schutz vor Diskriminierung (Minderheiten)
– Vertrauen in Föderalismus
2008: CDU/CSU wollten „Deutsch als Staatssprache“ ins Grundgesetz aufnehmen → scheiterte. SPD, Grüne, Linke lehnten ab (unnötig, symbolpolitisch).
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Anerkannte Minderheitensprachen
Deutschland hat die Europäische Sprachencharta ratifiziert (1999) und erkennt 4 autochthone (einheimische) Minderheitensprachen an:
1. Dänisch – Nordschleswig
Sprecher: Ca. 50.000
Region: Schleswig-Holstein (Flensburg, Grenze zu Dänemark)
Status: Regional-Amtssprache in Nordschleswig
Dänische Minderheit seit deutsch-dänischen Kriegen (19. Jhd.). Zweisprachige Schulen, Straßenschilder.
2. Friesisch – Nordseeküste
2a. Nordfriesisch: 10.000 Sprecher (Nordfriesland, Inseln)
2b. Saterfriesisch: 2.000 Sprecher (Saterland, Niedersachsen)
Westgermanische Sprache, näher an Englisch als an Deutsch! UNESCO: „ernsthaft gefährdet“.
3. Sorbisch – Lausitz
3a. Obersorbisch: 20.000 Sprecher (Sachsen, Bautzen)
3b. Niedersorbisch: 7.000 Sprecher (Brandenburg, Cottbus)
Westslawische Sprache (verwandt mit Polnisch, Tschechisch). Sorben sind slawische Minderheit, seit 1.500 Jahren in Deutschland! Zweisprachige Ortschilder, eigene Schulen.
4. Romani – Sinti & Roma
Sprecher: 50.000-70.000
Verbreitung: Ganz Deutschland
Indoarische Sprache (verwandt mit Hindi!). Sinti & Roma als Minderheit anerkannt seit 1995.

Deutsche Dialekte – Die versteckte Vielfalt
Deutsch hat enorme dialektale Vielfalt! 16+ Dialektgruppen:
Niederdeutsch (Plattdeutsch)
Sprecher: 2-3 Millionen verstehen es, 100.000-300.000 sprechen aktiv
Region: Norddeutschland (Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein)
Besonderheit: Eigene Sprache oder Dialekt? Umstritten! Näher an Niederländisch/Englisch als an Hochdeutsch.
Oberdeutsche Dialekte (Süden)
Bairisch: 12+ Millionen (Bayern, Österreich)
Schwäbisch: 2 Millionen (Baden-Württemberg)
Alemannisch: Schweiz, Elsass, Südbaden
Fränkisch: Nordbayern, Franken
Mitteldeutsche Dialekte (Mitte)
Sächsisch: Sachsen (oft verspottet, aber sehr lebendig!)
Thüringisch: Thüringen
Hessisch: Hessen
Benrather Linie
Wichtigste Dialektgrenze: Trennt Niederdeutsch (Norden) von Hoch-/Mitteldeutsch (Süden). „maken“ vs. „machen“.
Problem: Dialekte sterben aus! Junge Generation spricht oft nur Hochdeutsch. Urbanisierung, Medien, Mobilität.
Migrantensprachen – Die neue Vielfalt
1. Türkisch – 2,5 Millionen
Größte Migrantensprache seit Gastarbeiter-Anwerbung (1961):
– 3 Generationen Türkischstämmige
– Türkische Medien, Schulen, Moscheen
– „Türkendeutsch“ / „Kiezdeutsch“ (Jugendsprache mit türkischen Einflüssen)
2. Russisch – 2,3 Millionen
– Spätaussiedler aus Ex-Sowjetunion (1990er)
– Russlanddeutsche
– Jüdische Kontingentflüchtlinge
3. Polnisch – 1,5 Millionen
– Migration nach EU-Beitritt (2004)
– Historische polnische Minderheit (Ruhrgebiet)
4. Arabisch – 1,2 Millionen
– Syrische Flüchtlinge (2015+)
– Libanesische, palästinensische, irakische Gemeinschaften
– Am schnellsten wachsende Sprachgruppe
5. Weitere: Italienisch, Kroatisch, Serbisch, Griechisch, Rumänisch, Bulgarisch
Fremdsprachen in Deutschland
1. Englisch – 56%
– Pflichtfach in Schulen (ab Klasse 1-3)
– Junge Menschen: 80%+
– Business-Sprache
– Popkultur, Internet
2. Französisch – 15%
– Traditionell zweite Fremdsprache (Gymnasium)
– Wichtig wegen Nachbarschaft, EU
– Rückgang zugunsten Spanisch
3. Spanisch – 6-8%
– Wächst! Beliebter als Französisch bei Jugend
– Weltsprache
4. Weitere: Russisch, Latein, Chinesisch
Nützliche deutsche Sätze für Besucher
| Situation | Deutsch (Aussprache) |
|---|---|
| Hallo / Guten Tag | Hallo / Guten Tag (Hallo / Guuten Taak) |
| Auf Wiedersehen | Auf Wiedersehen / Tschüss (Auf Viidersehn / Tschüss) |
| Ja / Nein | Ja / Nein (Yaa / Nain) |
| Danke (sehr) | Danke (schön) (Danke [schön]) |
| Bitte / Gern geschehen | Bitte / Gern geschehen (Bitte / Gern geschehn) |
| Entschuldigung | Entschuldigung (Entschuldigung) |
| Ich verstehe nicht | Ich verstehe nicht (Ish fershtehe nisht) |
| Sprechen Sie Englisch? | Sprechen Sie Englisch? (Shpreshen See English?) |
| Wie viel kostet das? | Wie viel kostet das? (Vee feel kostet das?) |
| Wo ist…? | Wo ist…? (Vo ist…?) |
| Prost! (beim Anstoßen) | Prost! (Prohst!) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Sprache spricht man in Deutschland?
In Deutschland spricht man Deutsch als de facto Amtssprache. Ca. 95% der 84 Millionen Einwohner sprechen Deutsch als Muttersprache. Zusätzlich gibt es 4 anerkannte Minderheitensprachen: Dänisch (50.000), Friesisch (12.000), Sorbisch (27.000), Romani (50.000-70.000). Große Migrantensprachen: Türkisch (2,5 Mio.), Russisch (2,3 Mio.), Polnisch (1,5 Mio.), Arabisch (1,2 Mio.). 16+ Dialektgruppen (Bairisch, Schwäbisch, Sächsisch, Plattdeutsch). Besonderheit: Deutsch steht NICHT in der Verfassung!
Warum steht Deutsch nicht im Grundgesetz?
Historische Gründe: Bei Verfassungserstellung 1949 wurde es als selbstverständlich angesehen. Politische Gründe: (1) Minderheitenschutz: Keine sprachliche Diskriminierung, (2) Föderalismus: Bildungs-/Kulturpolitik ist Ländersache, (3) Offenheit: Deutschland als Einwanderungsland. 2008: CDU/CSU wollten „Deutsch als Staatssprache“ ins Grundgesetz → scheiterte (SPD, Grüne, Linke: unnötig, symbolpolitisch). Praktisch: Deutsch ist trotzdem Amts- und Gerichtssprache durch einfache Gesetze.
Welche Minderheitensprachen sind in Deutschland anerkannt?
Deutschland hat die Europäische Sprachencharta ratifiziert (1999) und erkennt 4 autochthone Minderheitensprachen an: (1) Dänisch (50.000 Sprecher, Schleswig-Holstein, dänische Minderheit), (2) Friesisch – Nordfriesisch (10.000) & Saterfriesisch (2.000), westgermanisch, näher an Englisch!, (3) Sorbisch – Obersorbisch (20.000) & Niedersorbisch (7.000), Lausitz, slawische Minderheit seit 1.500 Jahren!, (4) Romani (50.000-70.000), Sinti & Roma, indoarische Sprache. Diese Sprachen haben spezielle Rechte (Bildung, Beschilderung).
Spricht man in Deutschland Englisch?
Ja, ca. 56% der Deutschen sprechen Englisch, aber mit Unterschieden: Junge Menschen (unter 30): 80%+, sehr gut durch Schule, Internet, Popkultur, Mittleres Alter (30-60): 50-70%, variiert stark, Ältere (60+): Unter 30%, wenig Englisch. Städte vs. Land: In Berlin, München, Frankfurt sehr verbreitet, auf dem Land weniger. Bildung: Englisch ist Pflichtfach ab Grundschule. Business: In internationalen Unternehmen weit verbreitet. Als Tourist kommt man in Großstädten gut mit Englisch zurecht!
Was ist der Unterschied zwischen Hochdeutsch und Dialekten?
Hochdeutsch (Standarddeutsch): Offizielle Schrift- und Verkehrssprache, in Schulen gelehrt, in Medien verwendet, überregional verständlich. Dialekte: Regionale Varianten mit eigener Grammatik, Aussprache, Vokabular. 16+ Dialektgruppen: Bairisch, Schwäbisch, Sächsisch, Plattdeutsch, etc. Benrather Linie: Wichtigste Grenze zwischen Niederdeutsch (Norden) und Hoch-/Mitteldeutsch (Süden). Verständlichkeit: Starke Dialekte (z.B. Bairisch, Plattdeutsch) oft unverständlich für andere Deutsche! Trend: Dialekte sterben aus, Junge sprechen meist Hochdeutsch mit leichtem regionalen Akzent.
Was ist Kiezdeutsch?
Kiezdeutsch ist eine Jugendsprache in multikulturellen Stadtvierteln (besonders Berlin, Ruhrgebiet). Merkmale: (1) Vereinfachte Grammatik („Ich geh Schule“ statt „Ich gehe zur Schule“), (2) Artikel-Weglassung („Hast du Problem?“), (3) Türkische/arabische Lehnwörter („Wallah“ = ich schwöre, „Lan“ = Mann/Alter, „Yalla“ = los!), (4) Neue Ausdrücke („Digga“, „Mashallah“). Kontrovers: Linguisten sehen es als kreative Sprachentwicklung, Kritiker als „Sprachverfall“. Realität: Meist nur unter Freunden, nicht in formellen Kontexten.
Welche Sprache sollte man für Deutschland lernen?
Für Touristen: Deutsch-Basics + Englisch reicht in Städten. Für Arbeit: Deutsch ist essentiell! Auch wenn Firma international ist, Alltag auf Deutsch. Für Integration: Deutsch zwingend – Integrationskurse für Migranten. Niveau: B1-B2 für die meisten Jobs, C1 für akademische Berufe. Tipp: Deutsch ist schwer (4 Fälle, Komposita, Umlaute), aber lohnt sich! Deutsche schätzen Bemühung sehr. Englisch als Backup gut, aber nicht ausreichend für längeren Aufenthalt.
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Fazit: Deutschland – Vielfalt hinter Einheitlichkeit
Deutschland zeigt auf den ersten Blick sprachliche Homogenität (95% Deutsch), birgt aber enorme Vielfalt: 4 anerkannte Minderheitensprachen, 16+ Dialektgruppen, große Migrantensprachen-Gemeinschaften.
Die Tatsache, dass Deutsch NICHT in der Verfassung steht, unterscheidet Deutschland von Frankreich oder Österreich und zeigt pragmatischen Föderalismus. Sprachpolitik ist Ländersache, was regionale Vielfalt ermöglicht.
Die anerkannten Minderheitensprachen (Dänisch, Friesisch, Sorbisch, Romani) profitieren von der Europäischen Sprachencharta, aber viele sind trotzdem bedroht. Besonders Friesisch und Niedersorbisch haben kritisch niedrige Sprecherzahlen.
Deutsche Dialekte – einst identitätsstiftend – sterben aus. Urbanisierung, Mobilität, überregionale Medien führen zur Standardisierung. Nur Bayern und Schweiz halten stark an Dialekten fest. Plattdeutsch (Niederdeutsch) ist besonders bedroht trotz 2-3 Millionen Verstehenden.
Migrantensprachen prägen moderne Stadtbilder: Türkisch in Berlin-Kreuzberg, Russisch in Berliner Vororten, Arabisch nach 2015. „Kiezdeutsch“ als Jugendsprache zeigt kreative Sprachmischung.
Für Lernende: Deutsch ist herausfordernd (4 Fälle, Komposita, Umlaute), aber Deutschland schätzt Lernbemühung. Englisch hilft in Städten, reicht aber nicht für Integration oder die meisten Jobs.
Die Zukunft: Migration wird Sprachenvielfalt weiter erhöhen. Die Balance zwischen Deutsch als Integrationssprache und Mehrsprachigkeit als Ressource bleibt zentrale gesellschaftliche Frage.
Quellen:
