Welche Sprache spricht man in Frankreich? | Entdecke die Sprachenvielfalt des Landes und welche Fremdsprache am meisten verbreitet ist. ✓

Frankreich – das Land der französischen Sprache, aber auch vieler kämpfender Regionalsprachen! Dieser umfassende Guide beantwortet alle Fragen: Welche Sprache spricht man in Frankreich? Warum gibt es keine regionalen Amtssprachen? Was ist die Académie française? Erfahre alles über die strikt zentralistische Sprachpolitik und die versteckte sprachliche Vielfalt der Grande Nation.
Quick Facts: Sprachen in Frankreich im Überblick
| Kategorie | Details |
|---|---|
| Offizielle Amtssprache | Französisch (Français) – einzige! |
| Französisch-Sprecher | Ca. 95% der Bevölkerung (64 Millionen) |
| Bevölkerung | Ca. 68 Millionen Menschen (inkl. Überseegebiete) |
| Hauptstadt | Paris – 2,1 Millionen (Metropolregion 12 Millionen) |
| Regionalsprachen | Okzitanisch, Bretonisch, Elsässisch, Korsisch, Baskisch, Katalanisch, Flämisch |
| Status Regionalsprachen | KEINE offiziellen Amtssprachen! (Frankreich erkennt sie nicht an) |
| Verfassungsartikel | „Die Sprache der Republik ist Französisch“ (Art. 2) |
| Académie française | Seit 1635 – „Wächter“ der französischen Sprache |
| Besonderheit | Einziges EU-Land, das Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen NICHT ratifiziert hat! |
Frankreich: Geographie und Geschichte
Geographische Lage
Frankreich liegt in Westeuropa und ist mit 643.801 km² (Metropolitan-Frankreich) das größte Land der EU:
– Norden: Belgien, Luxemburg, Nordsee, Ärmelkanal
– Osten: Deutschland, Schweiz, Italien
– Süden: Spanien, Andorra, Mittelmeer
– Westen: Atlantik
Überseegebiete (DOM-TOM):
– Französisch-Guayana (Südamerika)
– Martinique, Guadeloupe (Karibik)
– Réunion, Mayotte (Indischer Ozean)
– Französisch-Polynesien, Neukaledonien (Pazifik)
Diese Gebiete machen Frankreich zur zweitgrößten Ausschließlichen Wirtschaftszone der Welt!
Geschichte und Sprachpolitik
Mittelalter (5.-15. Jahrhundert)
Viele Sprachen in Frankreich: Langues d’oïl (Norden), Langues d’oc/Okzitanisch (Süden), Bretonisch, Baskisch, Flämisch, etc.
Ordonnance de Villers-Cotterêts (1539)
Franz I. macht Französisch zur Verwaltungssprache statt Latein. Beginn der Zentralisierung!
Französische Revolution (1789)
„Une langue, une nation“ – Ein Sprache, eine Nation! Jakobiner bekämpften Regionalsprachen als „Feinde der Republik“. Abbé Grégoire: „Es ist nötig, die Patois zu vernichten.“
19. Jahrhundert
Schulsystem verbietet Regionalsprachen. Kinder werden für Sprechen von Bretonisch, Okzitanisch bestraft („symbole“ – Schande-Symbol).
20. Jahrhundert
Zwei Weltkriege stärken französischen Nationalismus. Regionalsprachen gelten als rückständig.
Verfassung 1958
Artikel 2: „La langue de la République est le français“ – Verfassungsrang!
Loi Toubon (1994)
Gesetz zum Schutz der französischen Sprache gegen Englisch. Französisch Pflicht in Werbung, Arbeitsverträgen.
Heute
Langsame Renaissance der Regionalsprachen, aber KEIN offizieller Status. Frankreich lehnt Europäische Sprachencharta ab!

Die einzige Amtssprache: Französisch
Französisch (Français) ist die einzige offizielle Sprache Frankreichs – verfassungsrechtlich geschützt!
Was ist Französisch?
Sprachfamilie: Romanisch (aus Latein), indogermanisch
Verwandt mit: Spanisch, Italienisch, Portugiesisch, Rumänisch, Katalanisch
Sprecher weltweit:
– Muttersprachler: 80 Millionen
– Total (inkl. Zweitsprache): 300 Millionen
– 5. meistgesprochene Sprache der Welt
Verbreitung:
– Frankreich, Belgien (Wallonien), Schweiz (Romandie), Luxemburg, Monaco
– Kanada (Québec), Louisiana (USA)
– Afrika: 29 Länder! (ehemals Französisch-Afrika)
– Pazifik, Karibik (Überseegebiete)
Internationale Organisation der Francophonie (OIF): 88 Mitgliedsstaaten!
Besonderheiten des Französischen
Alphabet: Lateinisch + Akzente (é, è, ê, ë, à, ù, ô, etc.)
Grammatik:
– 2 Geschlechter (maskulin, feminin)
– Komplexe Verbkonjugation (viele unregelmäßige Verben)
– Liaison (Bindung zwischen Wörtern)
– Stumme Endkonsonanten
– Subjekt-Verb-Objekt (SVO)
Aussprache:
– Viele Nasalvokale (on, an, in, un)
– R gutturral (Rachen-R)
– Stumme Buchstaben (Paris = „Pari“)
– Intonation melodisch
Académie française:
Seit 1635! 40 „Unsterbliche“ entscheiden über Sprachregeln, neue Wörter. Konservativ, bekämpft Anglizismen (z.B. „ordinateur“ statt „computer“, „courriel“ statt „email“).
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Regionalsprachen – Die kämpfende Vielfalt
Frankreich hat 75 Regionalsprachen, aber KEINE hat offiziellen Status! Alle sind bedroht.
1. Okzitanisch (Occitan) – Südfrankreich
Sprecher: 100.000-600.000 aktiv (mehrere Millionen verstehen es passiv)
Region: Südfrankreich (Toulouse, Marseille, Montpellier)
Status: UNESCO: „definitiv gefährdet“
Okzitanisch (langue d’oc) war im Mittelalter Literatursprache der Troubadoure! Heute: starker Rückgang. Junge Generation lernt es kaum.
2. Bretonisch (Brezhoneg) – Bretagne
Sprecher: 200.000 aktiv
Region: Bretagne (Rennes, Brest)
Sprachfamilie: Keltisch (verwandt mit Walisisch, Kornisch!)
UNESCO: „ernsthaft gefährdet“. Zweisprachige Schulen (Diwan) versuchen Rettung. Straßenschilder manchmal zweisprachig (trotz offizieller Ablehnung).
3. Elsässisch (Elsassisch) – Elsass
Sprecher: 500.000 (stark sinkend)
Region: Elsass (Straßburg, Mulhouse)
Sprachfamilie: Alemannisch-Deutsch
Historisch deutsch, seit 1945 unterdrückt. Ältere Generation spricht es, junge fast nicht. Deutschland-Nähe macht es kontrovers.
4. Korsisch (Corsu) – Korsika
Sprecher: 150.000
Region: Korsika (Ajaccio, Bastia)
Sprachfamilie: Italienisch (Toskanisch)
Korsika hat Autonomie, aber Korsisch ist KEINE Amtssprache! Napoleon Bonaparte war Korse, sprach Korsisch als Kind.
5. Baskisch (Euskara) – Baskenland
Sprecher: 80.000 in Frankreich (900.000 in Spanien)
Region: Französisches Baskenland (Bayonne, Biarritz)
Sprachfamilie: Isoliert! (keine Verwandten!)
Älteste Sprache Westeuropas! In Spanien co-offiziell, in Frankreich nicht anerkannt.
6. Katalanisch (Català) – Roussillon
Sprecher: 100.000 in Frankreich
Region: Nordkatalonien (Perpignan)
In Spanien (Katalonien, Barcelona) Millionen Sprecher, in Frankreich marginalisiert.
7. Flämisch (Vlaams) – Nordfrankreich
Sprecher: 20.000-50.000
Region: Nord-Pas-de-Calais (Dunkerque)
Sprachfamilie: Niederländisch
Grenze zu Belgien (Flandern). Kaum noch gesprochen.

Fremdsprachen in Frankreich
1. Englisch
Niveau: Niedriger als in Nordeuropa, aber wachsend
– Pflichtfach in Schulen
– Junge Menschen: besser
– Ältere Generation: oft wenig/kein Englisch
– Business: Englisch zunehmend wichtig (trotz Loi Toubon)
– Paris/Großstädte: OK, ländliche Gebiete: schwierig
Sprachpolitik: Académie française bekämpft Anglizismen!
2. Spanisch
Zweitbeliebteste Fremdsprache:
– Nähe zu Spanien
– Spanisch-sprachige Welt (Lateinamerika)
– Schulen
3. Deutsch
Wichtig wegen:
– Nachbarschaft
– Wirtschaftsbeziehungen (größter Handelspartner)
– EU-Zusammenarbeit
4. Arabisch
Große arabischsprachige Gemeinschaft:
– Immigration aus Nordafrika (Algerien, Marokko, Tunesien)
– Zweitgrößte Sprachgruppe nach Französisch (Alltag)
– Aber gesellschaftlich kontrovers
Nützliche französische Reisesätze
| Deutsch | Französisch (Aussprache) |
|---|---|
| Hallo / Guten Tag | Bonjour (Bonschur) |
| Guten Abend | Bonsoir (Bongsoar) |
| Auf Wiedersehen | Au revoir (O rewoa) |
| Tschüss (informell) | Salut (Salü) |
| Ja / Nein | Oui / Non (Wi / Nong) |
| Danke (sehr) | Merci (beaucoup) (Märsi [boku]) |
| Bitte / Gern geschehen | S’il vous plaît / De rien (Sil wu ple / De riäng) |
| Entschuldigung | Pardon / Excusez-moi (Pardong / Exküse-moa) |
| Ich verstehe nicht | Je ne comprends pas (Sche ne kongprang pa) |
| Sprechen Sie Englisch? | Parlez-vous anglais? (Parle-wu angläh) |
| Wie viel kostet das? | Combien ça coûte? (Kongbiäng sa kut) |
| Wo ist…? | Où est…? (U ä) |
UNSER TIPP: Lerne Floskeln auf Französisch, wie z.B. Hallo auf Französisch.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Sprache spricht man in Frankreich?
In Frankreich spricht man Französisch (Français) als einzige offizielle Amtssprache. Ca. 95% der 68 Millionen Einwohner sprechen Französisch. Die Verfassung (Artikel 2) legt fest: „Die Sprache der Republik ist Französisch“. Daneben gibt es ca. 75 Regionalsprachen (Okzitanisch, Bretonisch, Elsässisch, Korsisch, Baskisch, Katalanisch), aber KEINE hat offiziellen Status! Frankreich ist das einzige EU-Land, das die Europäische Sprachencharta nicht ratifiziert hat.
Warum erkennt Frankreich keine Regionalsprachen an?
Historisch-politische Gründe: (1) Französische Revolution: „Une langue, une nation“ – Regionalsprachen galten als Feinde der Republik, (2) Zentralismus: Einheitsstaat seit Absolutismus, regionale Vielfalt = Gefahr für Einheit, (3) Verfassung 1958: „Französisch ist Sprache der Republik“ – Artikel 2 verhindert Anerkennung anderer Sprachen, (4) Jakobinische Tradition: Gleichheit bedeutet Uniformität. Heute: Verfassungsrat blockiert Ratifizierung der Europäischen Sprachencharta (würde „Einheit der Republik gefährden“).
Spricht man in Frankreich Englisch?
Ja, aber weniger als in Nordeuropa: Paris & Großstädte: Viele junge Menschen sprechen Englisch, Hotels/Restaurants/touristisch OK, Ländliche Gebiete: Wenig Englisch, ältere Generation oft gar nicht, Schulen: Englisch ist Pflicht, aber Niveau variiert, Business: Englisch zunehmend wichtig (trotz Loi Toubon-Gesetz, das Französisch schützt). Mentalität: Franzosen sind stolz auf ihre Sprache, erwarten eher, dass Besucher Französisch versuchen. Tipp: Ein paar französische Höflichkeitsfloskeln öffnen Türen!
Was ist die Académie française?
Die Académie française ist seit 1635 die Institution zur „Reinerhaltung“ der französischen Sprache. Aufgaben: Offizielle französische Grammatik, Wörterbuch (seit 1694, aktuell 9. Auflage!), Sprachregeln festlegen, neue Wörter beurteilen. 40 „Unsterbliche“ Mitglieder auf Lebenszeit (darunter Schriftsteller, Intellektuelle). Konservativ: Bekämpft Anglizismen (empfiehlt „ordinateur“ statt „computer“, „courriel“ statt „email“). Kontrovers: Kritiker sagen, Sprache entwickelt sich natürlich, lässt sich nicht vorschreiben. Aber Einfluss bleibt groß!
Sind Regionalsprachen in Frankreich vom Aussterben bedroht?
Ja, fast alle sind bedroht: Okzitanisch: UNESCO „definitiv gefährdet“ (100.000-600.000 Sprecher, meist älter), Bretonisch: UNESCO „ernsthaft gefährdet“ (200.000 Sprecher, Rückgang 90% seit 1950), Elsässisch: Massiver Rückgang seit 1945 (junge Generation spricht kaum), Korsisch, Baskisch, Katalanisch: Alle bedroht. Ursachen: Keine offizielle Anerkennung, kein Unterricht in öffentlichen Schulen (außer als freiwilliges Wahlfach), TV/Medien fast ausschließlich Französisch, junge Menschen ziehen in Städte → sprechen Französisch. Rettungsversuche: Zweisprachige Privatschulen (Diwan für Bretonisch), lokale Aktivisten. Aber ohne staatliche Unterstützung schwierig.
Warum ist Französisch in Afrika so verbreitet?
Kolonialgeschichte: Frankreich hatte riesiges Kolonialreich in Afrika (19.-20. Jhd.). 29 afrikanische Länder haben Französisch als Amtssprache: Senegal, Elfenbeinküste, Kamerun, Kongo, Mali, etc. Gründe für Beibehaltung nach Unabhängigkeit: (1) Lingua franca: Viele lokale Sprachen → Französisch als neutrale Verwaltungssprache, (2) Bildung: Schulsystem auf Französisch, (3) Wirtschaft: Zugang zu frankophoner Welt, (4) Francophonie: Organisation verbindet frankophone Länder. Heute: Afrika hat mehr Französischsprecher als Europa! Zukunft: Französisch wächst in Afrika (Bevölkerungswachstum).
Was ist das Loi Toubon?
Das Loi Toubon (Toubon-Gesetz) von 1994 schützt Französisch vor Anglizismen: Verpflichtet: Französisch in Werbung, Arbeitsverträgen, öffentlichen Veranstaltungen, Radio/TV-Quoten, Produktbeschreibungen. Beispiel: Werbeplakate müssen französische Übersetzung haben (nicht nur „Sale“, sondern „Soldes“). Strafen: Geldbußen bei Verstoß. Kontrovers: Kritiker sagen, es verhindert Sprachentwicklung und schadet Business. Realität: Wird nicht streng durchgesetzt, viele Anglizismen trotzdem im Alltag („weekend“, „parking“). Zeigt aber französischen Sprachstolz!
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Fazit: Frankreich – Eine Sprache, viele Kämpfe
Frankreich präsentiert eine paradoxe Sprachsituation: Extreme Zentralisierung und Uniformität nach außen, versteckte Vielfalt im Inneren. Die verfassungsrechtliche Festlegung auf Französisch als einzige Sprache ist in Europa einzigartig strikt.
Die Geschichte zeigt: Französisch wurde bewusst als nationale Einheitssprache durchgesetzt, oft gewaltsam. Von der Ordonnance de Villers-Cotterêts (1539) über die Französische Revolution („Tod den Patois!“) bis zum Schulverbot von Regionalsprachen im 19. Jahrhundert – Frankreich verfolgte konsequent linguistische Homogenisierung.
Die 75 Regionalsprachen sind Zeugen einer Vielfalt, die fast ausgelöscht wurde. Okzitanisch war Sprache der Troubadoure, Bretonisch keltisches Erbe, Baskisch älteste Sprache Westeuropas – heute alle von UNESCO als bedroht eingestuft. Die Weigerung, die Europäische Sprachencharta zu ratifizieren, zeigt: Frankreich sieht regionale Anerkennung als Gefahr für nationale Einheit.
Die Académie française symbolisiert französischen Sprachpurismus. Der Kampf gegen Anglizismen (Loi Toubon) zeigt Stolz, aber auch Angst vor Einflüssen. Ironischerweise verbreitet sich Englisch trotzdem, besonders bei Jugend und Business.
Für Besucher bedeutet dies: Französisch ist essentiell. Auch wenn viele Franzosen Englisch können, wird Bemühung, Französisch zu sprechen, sehr geschätzt. Ein „Bonjour“ und „Merci“ öffnen mehr Türen als perfektes Englisch.
Die Zukunft: Regionalsprachen kämpfen ums Überleben (zweisprachige Schulen, lokale Medien), aber ohne staatliche Anerkennung ist Rettung schwierig. Französisch bleibt dominant und wächst global (besonders in Afrika). Die Spannung zwischen Einheit und Vielfalt wird bleiben.
Quellen: