Ungarische Floskeln | Begrüßung, Alltag & Redewendungen

Dieser Artikel wurde zuletzt im Juni 2026 aktualisiert & geprüft.

Ungarische Floskeln im Alltag – Tourist und Einheimischer im Gespräch auf einem Budapester Markt

Ungarische Floskeln sind der schnellste Weg, um in Ungarn Türen zu öffnen. Schon ein einziges „Köszönöm“ (Danke) oder „Jó napot“ (Guten Tag) verändert die Reaktion deines Gegenübers komplett – aus einem Touristen wird jemand, der sich Mühe gibt. Ungarn sind extrem stolz auf ihre Sprache, und jeder Versuch, sie zu sprechen, wird mit Geduld und Freundlichkeit belohnt.

Auf dieser Seite findest du die geläufigsten Floskeln und Redewendungen auf Ungarisch, thematisch sortiert und mit IPA-Lautschrift zum Nachsprechen. Alle Ausdrücke sind praxiserprobt – keine Lehrbuchphrasen, die kein Ungar so benutzt.

Wenn du über einzelne Floskeln hinaus systematisch Ungarisch lernen willst, findest du auf unserer Übersichtsseite Ungarisch lernen alle Kurse und Methoden im Vergleich.

Begrüßungen auf Ungarisch

Deutsch Ungarisch IPA
Hallo (informell) Szia
← gilt als Hallo UND Tschüss, wie ital. Ciao
/siɒ/
Willkommen Üdvözöljük
← üdv = Heil/Freude (uraltung. Wurzel)
/ydvøzølyk/
Guten Morgen Jó reggelt
← reggel = Morgen, verwandt mit reg = früh
/joː rɛɡːɛlt/
Guten Tag Jó napot
← nap = Sonne UND Tag – dasselbe Wort
/joː nɒpot/
Guten Abend Jó estét
← este = Abend (finno-ugrische Wurzel)
/joː ɛʃteːt/
Schön dich zu sehen! Örülök, hogy látlak!
← örül = sich freuen – Freude steckt im Satz
/ørøløk hoɟ laːtlɒk/
Schön dich kennenzulernen! Örülök, hogy megismerhetek!
← ismer = kennen, meg- = Vollendungspräfix
/ørøløk hoɟ mɛɡiʃmɛrhetɛk/

Praxistipp: „Szia“ ist die universelle informelle Begrüßung – funktioniert unter Freunden sowohl als Hallo als auch als Tschüss. Für formelle Situationen (Geschäfte, ältere Personen, Behörden) nutzt du immer „Jó napot kívánok“.

Wie geht es dir? – Frage und Antwort

Deutsch Ungarisch IPA
Wie geht es dir? Hogy vagy?
← hogy = wie/dass – dasselbe Wort für beides
/hoɟ vɒɟ/
Danke, es geht mir gut. Köszönöm, jól vagyok.
← vagyok = ich bin (van-Stamm, unregelmäßig)
/køsønøm joːl vɒɟok/
Danke, es geht mir nicht so gut. Köszönöm, nem érzem jól magam.
← magam = mich selbst (mag = Selbst-Stamm)
/køsønøm nɛm eːrzɛm joːl mɒɡɒm/

Verabschiedungen auf Ungarisch

Deutsch Ungarisch IPA
Tschüss Viszlát
← Kurzform von Viszontlátásra
/vislaːt/
Auf Wiedersehen (formell) Viszontlátásra
← viszont = wieder + lát = sehen + -ra = Richtungssuffix
/visontlaːtaːʃrɒ/
Bis morgen Holnap találkozunk
← holnap = morgen, auch: „nächsten Tag“
/holnɒp tɒlaːkozuŋk/
Bis bald Hamarosan találkozunk
← hamar = bald, -osan = Adverbialsuffix
/hɒmɒroʃɒn tɒlaːkozuŋk/
Bis später Később találkozunk
← késő = spät + -bb = Komparativsuffix
/keːʃøːb tɒlaːkozuŋk/
Gute Nacht Jó éjszakát
← éj = Nacht + szaka = Abschnitt/Zeit
/joː eːjsɒkaːt/
Wir sprechen uns. Beszélünk.
← beszél = sprechen, -ünk = wir (Personalendung)
/bɛseːluŋk/
Schön dich kennengelernt zu haben! Örülök, hogy megismerhettem!
← -hettem = Konditional der Möglichkeit + Vergangenheit
/ørøløk hoɟ mɛɡiʃmɛrhetːɛm/

Sich auf Ungarisch vorstellen

Deutsch Ungarisch IPA
Mein Name ist… A nevem…
← név = Name + -em = mein (Possessivsuffix)
/ɒ nɛvɛm/
Wie heißt du? Hogy hívnak?
← hív = rufen/nennen – wörtlich „wie rufen sie dich?“
/hoɟ hiːvnɒk/
Ich komme aus Deutschland. Németországból jöttem.
← Németek = die Stummen (slaw. Bezeichnung für Germanen)
/neːmɛtorsaːɡboːl jøːtɛm/
Ich komme aus Österreich. Ausztriából jöttem.
← -ból = aus + -ból = Ablativsuffix (woher)
/ɒustriaːboːl jøːtɛm/
Ich komme aus der Schweiz. Svájcból jöttem.
← dasselbe -ból-Suffix wie bei allen Herkunftsangaben
/ʃvaːjt͡sboːl jøːtɛm/
Wo wohnst du? Hol laksz?
← hol = wo (ruhend), lakik = wohnen
/hol lɒks/
Ich bin deutsch. Német vagyok.
← kein Verb „sein“ nötig im Deutschen – im Ung. schon: vagyok
/neːmɛt vɒɟok/

Gut zu wissen: In Ungarn steht der Nachname vor dem Vornamen – also „Kovács János“ statt „János Kovács“. Wenn du dich vorstellst, kannst du die deutsche Reihenfolge verwenden, aber wundere dich nicht, wenn Ungarn es umgekehrt machen.

ungarische-floskeln-sprachkurs-notizen

Sprachliche Verständigung

Wenn du mit deinen Ungarisch-Kenntnissen an Grenzen stößt, helfen dir diese Sätze weiter:

Deutsch Ungarisch IPA
Sprichst du Deutsch? Beszélsz németül?
← -ül = auf [Sprache] (Adverbialsuffix)
/bɛseːls neːmɛtyl/
Sprichst du Englisch? Beszélsz angolul?
← angolul = auf Englisch (angol + -ul)
/bɛseːls ɒŋɡolul/
Ja, ein bisschen. Igen, egy kicsit.
← kicsi = klein + -t (Akkusativ) = ein Kleines
/iɡɛn ɛɟ kiʧit/
Ich verstehe ein bisschen Ungarisch. Értek egy kicsit magyarul.
← ért = verstehen (auch: wert sein) – Doppelbedeutung
/eːrtɛk ɛɟ kiʧit mɒɟɒrul/
Ich lerne Ungarisch. Magyarul tanulok.
← magyarul = auf Ungarisch (-ul-Suffix), tanul = lernen
/mɒɟɒrul tɒnulok/

Sich entschuldigen und um etwas bitten

Deutsch Ungarisch IPA
Entschuldigung. Elnézést.
← el (weg) + néz (schauen) = „wegschauen“ → Verzeihung
/ɛlneːzeːʃt/
Ich bitte um Verzeihung. Bocsánatot kérek.
← bocsát = loslassen/vergeben (starkes Verb)
/botʃaːnɒtot kɛrɛk/
Das wollte ich nicht. Nem akartam.
← akar = wollen + -tam = ich (Vergangenheit)
/nɛm ɒkɒrtɒm/
Ich bin hungrig. Éhes vagyok.
← éh = Hunger (uralische Wurzel)
/eːhɛʃ vɒɟok/
Ich bin durstig. Szomjas vagyok.
← szomj = Durst – nur im Ungarischen so gebildet
/somjɒʃ vɒɟok/
Ich brauche Hilfe! Segítség!
← segít (helfen) + -ség (Nomen-Suffix) = Hilfe als Zustand
/ʃɛɡiːtʃeːɡ/

Nützliche Schilder und Hinweise auf Ungarisch

Diese Wörter begegnen dir in Ungarn auf Schritt und Tritt – an Bahnhöfen, in Geschäften, in öffentlichen Gebäuden:

Deutsch Ungarisch IPA
Eingang Bejárat
← be (hinein) + jár (gehen) + -at (Nomen)
/bɛjaːrɒt/
Ausgang Kijárat
← ki (heraus) + jár (gehen) – gleiche Logik wie Eingang
/kijaːrɒt/
Toilette Mellékhelyiség / WC
← mellék = Neben- + hely = Ort, auf Schildern meist „WC“
/mɛlːeːkhɛjiʃeːɡ/
Achtung! Figyelem!
← figyel = aufmerken/beachten
/fiɟɛlɛm/
Polizei Rendőrség
← rend (Ordnung) + őr (Wächter) + -ség (Suffix)
/rɛndøːrʃeːɡ/
Rettungsdienst Mentőszolgálat
← ment (retten) + szolgálat (Dienst)
/mɛntøːsɒlɡɒlɒt/
Feuerwehr Tűzoltóság
← tűz (Feuer) + olt (löschen) + -óság (Behörde)
/tyːzoltoːʃaːɡ/

Die Wochentage auf Ungarisch

Die ungarischen Wochentage sind eine sprachgeschichtliche Fundgrube – manche haben uralische Wurzeln, andere verraten jahrhundertelangen Kontakt mit slawischen Völkern:

Deutsch Ungarisch IPA
Montag Hétfő
← hét (Woche) + fő (Kopf) = „Wochenkopf“
/heːtføː/
Dienstag Kedd
← slawisch „drugi“ (zweiter Tag)
/kɛdː/
Mittwoch Szerda
← slawisch „sreda“ (Mitte) – einer der wenigen slaw. Einflüsse
/sɛrdɒ/
Donnerstag Csütörtök
← slawisch „četvrtek“ (vierter)
/ʧytørtøk/
Freitag Péntek
← slawisch „pętek“ (fünfter Wochentag)
/peːntɛk/
Samstag Szombat
← hebräisch „Shabbat“ über griech. Vermittlung
/som.bɒt/
Sonntag Vasárnap
← vásár (Markt) + nap (Tag) = „Markttag“
/vɒʃaːrnɒp/

Die Monate und Jahreszeiten auf Ungarisch

Gute Nachricht: Die Monatsnamen ähneln den deutschen stark, weil beide aus dem Lateinischen stammen – einer der wenigen Bereiche, wo Ungarisch echte Wiedererkennungswerte für Deutschsprachige bietet:

Deutsch Ungarisch IPA
Januar Január
← lat. Ianuarius (Gott Janus)
/jɒnuaːr/
Februar Február
← lat. februa (Reinigungsritual)
/fɛbruaːr/
März Március
← lat. Martius (Mars) – war einst 1. Monat des Jahres
/maːrʦi.uʃ/
April Április /aːpriliʃ/
Mai Május
← lat. Maius (Göttin Maia)
/maːjuʃ/
Juni Június /juːni.uʃ/
Juli Július /juːli.uʃ/
August Augusztus
← lat. Augustus (Kaiser Augustus)
/ɒuɡustuʃ/
September Szeptember
← lat. septem (7) – war einst der 7. Monat
/sɛptɛmbɛr/
Oktober Október
← lat. octo (8) – war einst der 8. Monat
/oktoːbɛr/
November November
← lat. novem (9) – war einst der 9. Monat
/novɛmbɛr/
Dezember December
← lat. decem (10) – war einst der 10. Monat
/dɛʦɛmbɛr/

Die vier Jahreszeiten:

Deutsch Ungarisch IPA
Frühling Tavasz
← uralische Wurzel, verwandt mit finn. „kevät“
/tɒvɒs/
Sommer Nyár
← uralisch, verwandt mit finn. „suvi“
/ɲaːr/
Herbst Ősz
← ősz bedeutet auch: grau/grauköpfig (Mehrdeutigkeit)
/øːs/
Winter Tél
← uralische Wurzel, verwandt mit finn. „talvi“
/teːl/

Bis 25 zählen auf Ungarisch

Zahlen brauchst du beim Einkaufen, im Restaurant und an der Hotelrezeption. Das System ist streng logisch – wenn du die Basis kennst, kannst du kombinieren:

Zahl Ungarisch IPA
1 Egy
← auch in valaki (jemand) = val+aki (einer)
/ɛɟ/
2 Kettő
← vor Nomen wird es „két“: két ember (zwei Menschen)
/kɛtːøː/
3 Három /haːrom/
4 Négy /neːɟ/
5 Öt /øt/
6 Hat
← hat bedeutet auch „sechs“ und „Macht/Einfluss“ – anderes Wort
/hɒt/
7 Hét
← auch „Woche“ – Hétfő (Montag) = Wochenkopf
/heːt/
8 Nyolc /ɲolt͡s/
9 Kilenc /kilɛnt͡s/
10 Tíz
← Wurzel für tizen- (11–19)
/tiːz/
11 Tizenegy
← tizen + egy = zehn-und-eins
/tizɛnɛɟ/
12 Tizenkettő /tizɛnkɛtːøː/
13 Tizenhárom /tizɛnhaːrom/
14 Tizennégy /tizɛnneːɟ/
15 Tizenöt /tizɛnøt/
16 Tizenhat /tizɛnhɒt/
17 Tizenhét /tizɛnheːt/
18 Tizennyolc /tizɛɲolt͡s/
19 Tizenkilenc /tizɛnkilɛnt͡s/
20 Húsz
← Wurzel für huszon- (21–29)
/huːs/
21 Huszonegy /husonɛɟ/
22 Huszonkettő /husonkɛtːøː/
23 Huszonhárom /husonhaːrom/
24 Huszonnégy /husonneːɟ/
25 Huszonöt /husonøt/

System dahinter: Ab 11 ist das Muster immer gleich: Tizen + Grundzahl (11–19), Huszon + Grundzahl (21–29). Wenn du die Zahlen 1–10 und „tizen“/„huszon“ kennst, kannst du bis 29 zählen.

Die Farben auf Ungarisch

Deutsch Ungarisch IPA
Rot (Objekte) Piros
← für Alltagsobjekte: rotes Auto, roter Apfel
/piroʃ/
Rot (Natur/Intensiv) Vörös
← für Blut, Rotwein, Feuer, Sonnenuntergang
/vørøʃ/
Blau Kék
← verwandt mit ég (Himmel) – gleiche Wurzel
/keːk/
Grün Zöld
← slawisches Lehnwort (zelený)
/zøld/
Gelb Sárga
← uralische Wurzel
/ʃaːrɡɒ/
Schwarz Fekete
← uralische Wurzel, verwandt mit finn. „musta“
/fɛkɛtɛ/
Weiß Fehér
← fej (Kopf/hell) – gleiche Helligkeitswurzel
/fɛheːr/
Grau Szürke
← szür = filtern/grau werden
/syrkɛ/
Braun Barna
← aus dem Deutschen entlehnt (braun → barna)
/bɒrnɒ/
Orange Narancssárga
← narancs (Orange-Frucht) + sárga (gelb) = „Orangegelb“
/nɒrɒnt͡ʃʃaːrɡɒ/
Lila Lila
← internationales Lehnwort, auch „ibolya“ (Veilchenfarbe)
/lilɒ/

Von der Floskelliste zur echten Unterhaltung – der nächste Schritt

Aus meiner Erfahrung als Autodidakt, der unter anderem Norwegisch von null auf Business-Niveau gelernt hat, gibt es drei Strategien, die bei Floskeln besonders gut funktionieren:

1. Lerne Dialogpaare, nicht Einzelsätze. „Hogy vagy?“ allein zu kennen bringt wenig, wenn du die Antwort nicht verstehst. Lerne immer Frage + Antwort zusammen.

2. Übe die Aussprache laut. Bei Ungarisch sind Laute wie „gy“ (weiches dj), „sz“ (scharfes s) und „zs“ (wie j in Journal) für Deutsche ungewohnt. Sprich die Floskeln laut, bis sie sich natürlich anfühlen.

3. Nutze sie sofort. Beim nächsten Restaurantbesuch in Budapest: „Jó napot! Köszönöm!“ statt „Hello! Thank you!“ – der Unterschied in der Reaktion wird dich überraschen.

Für einen umfangreichen Grundwortschatz schau auch auf unsere Liste mit den wichtigsten Wörtern auf Ungarisch.


Weiterführende Links:

Sven Mancini – Sprachlern-Autor und Betreiber von Sprachfabrik24

Über Sven – Sprachlern-Autor & Autodidakt

Ich nutze Floskeln als Einstieg bei jeder neuen Sprache – sie sind der schnellste Weg zu ersten Erfolgserlebnissen. Auf Sprachfabrik24 teile ich die Phrasen und Methoden, die sich über 20+ Jahre und 6 Sprachen bewährt haben.

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