Ich erinnere mich noch gut an eine Phase, in der ich wegen Zeitmangel mein Anki-Deck beiseitegelegt und stattdessen wieder zum guten alten Vokabelheft gegriffen habe – das war beim Französischen, ungefähr nach drei Monaten mit SRS. Ich dachte, es wäre nur für ein paar Wochen. Rund sechs Wochen später saß ich vor meinen Notizen und merkte, dass ich mehr als die Hälfte der Wörter, die ich zuvor sicher konnte, wieder durcharbeiten musste. Das war kein Gefühl – das war ein messbarer Rückschritt. Genau dieser Moment hat mir klarer als jede Theorie gezeigt, was den Unterschied zwischen beiden Methoden in der Praxis ausmacht. Als Teil meiner autodidaktischen Lernmethodik, die ich über viele Jahre entwickelt habe, ist Spaced Repetition heute nicht mehr wegzudenken. Aber es gibt Situationen, in denen klassische Karten durchaus ihren Platz haben. Darum geht es in diesem Artikel.