Die Hindi Sprache: Herkunft, Verbreitung und Schrift im Überblick

Dieser Artikel wurde zuletzt im Februar 2026 aktualisiert & geprüft.

Hindi ist mit über 600 Millionen Sprechern die drittmeistgesprochene Sprache der Welt – nach Englisch und Chinesisch, noch vor Spanisch. Als eine der beiden Amtssprachen Indiens öffnet Hindi den Zugang zu einer der ältesten und dynamischsten Kulturen der Welt. In diesem Artikel erfährst du alles über die Herkunft, Verbreitung und Besonderheiten der Hindi Sprache.

Hindi Sprache – Geschichte, Herkunft und Verbreitung im Überblick

Als jemand, der selbst 6 Sprachen als Autodidakt gelernt hat, fasziniert mich an Hindi besonders die sprachgeschichtliche Tiefe. Hindi gehört zur gleichen indogermanischen Sprachfamilie wie Deutsch – wir teilen also ferne Wurzeln, auch wenn die Sprachen auf den ersten Blick völlig unterschiedlich wirken.

Hindi Sprache auf einen Blick

Merkmal Details
Sprecher weltweit ca. 600 Mio. (Mutter- und Zweitsprachler)
Sprachfamilie Indogermanisch → Indoiranisch → Indoarisch
Schriftsystem Devanagari (47 Grundzeichen, links nach rechts)
Amtssprache in Indien (neben Englisch), Fidschi (als Fidschi-Hindi)
Verbreitung Nord- und Zentralindien, Diaspora weltweit
Verwandt mit Urdu (sehr eng), Bengali, Marathi, Nepali
Schwierigkeitsgrad Mittelschwer für deutschsprachige Lerner

Woher kommt Hindi? Ursprung und Geschichte

Das Wort „Hindi“ bedeutet schlicht „indisch“ und stammt aus dem Persischen. Persische Kaufleute und Botschafter in Nordindien nutzten den Begriff, um die dort vorherrschende Sprache Hindustani zu bezeichnen. Die Wurzeln der Hindi Sprache reichen aber deutlich weiter zurück.

Sprachgeschichtlich hat Hindi folgenden Stammbaum:

Vedisch/Sanskrit (ab ca. 1500 v. Chr.) → Prakrit (ab ca. 600 v. Chr.) → Apabhramsha (ab ca. 600 n. Chr.) → Hindi (ab ca. 10. Jahrhundert n. Chr.)

Hindi entstand als lokaler Dialekt in der Region um Delhi und entwickelte sich über Jahrhunderte zur dominierenden Sprache Nordindiens. Laut der Sprachdatenbank Ethnologue zählt Hindi heute zu den drei meistgesprochenen Sprachen der Welt.

Was mich als Sprachlerner besonders fasziniert: Hindi und Deutsch gehören beide zur indogermanischen Sprachfamilie. Das erklärt, warum es tatsächlich einzelne Parallelen gibt – das Hindi-Wort „naam“ (Name) klingt nicht zufällig vertraut. Solche Brücken zwischen den Sprachen zu entdecken, macht für mich den Reiz des Sprachenlernens aus. Ähnliche Erfahrungen habe ich beim Lernen von Französisch gemacht, wo die lateinischen Wurzeln überraschende Verbindungen zum Deutschen herstellen.

Wo wird Hindi gesprochen?

Taj Mahal in Indien – Hindi ist Amtssprache neben Englisch

Hindi ist, neben Englisch, eine der beiden Amtssprachen Indiens. Die Verbreitung ist allerdings regional sehr unterschiedlich:

Hauptverbreitungsgebiet (Hindi-Gürtel):

  • Nordindien: Uttar Pradesh, Madhya Pradesh, Bihar, Rajasthan, Jharkhand, Chhattisgarh, Uttarakhand, Haryana, Himachal Pradesh
  • Zentralindien: Teile von Maharashtra und Gujarat verstehen Hindi gut
  • Delhi: Die Hauptstadt ist Hindi-geprägt

Wo Hindi wenig hilft: In Südindien (Tamil Nadu, Kerala, Karnataka, Andhra Pradesh/Telangana) werden eigenständige dravidische Sprachen gesprochen – Tamil, Malayalam, Kannada und Telugu. Hier wird Hindi teils verstanden, aber Englisch ist im Alltag oft die bessere Wahl.

Hindi außerhalb Indiens:

Über die indischen Grenzen hinaus wird Hindi vor allem in Ländern mit großer indischer Diaspora gesprochen. Beträchtliche Anzahlen von Hindi-Muttersprachlern leben in Nepal, Mauritius, Fidschi, Trinidad und Suriname. In diesen Ländern entstand die Verbreitung historisch durch indische Kontraktarbeiter, die während der britischen Kolonialzeit dorthin übersiedelten.

Besonders interessant ist das Fidschi-Hindi – eine eigenständige Variante, die sich aus Hindi-Dialekten entwickelt hat und viele englische sowie fidschianische Lehnwörter aufgenommen hat. Fidschi-Hindi hat sogar eine eigene Grammatik, die bis vor wenigen Jahren nur mündlich überliefert wurde.

Einen detaillierten Überblick über alle Sprachen Indiens – inklusive der 22 offiziell anerkannten Sprachen – findest du in unserem Artikel Welche Sprache spricht man in Indien?

Hindi und Urdu: Zwei Sprachen, ein Ursprung

Hindi und Urdu haben eine bemerkenswerte Gemeinsamkeit: Beide stammen von der gleichen Ursprungssprache Hindustani ab. Die Trennung erfolgte vor allem aus politischen und religiösen Gründen, nicht aus linguistischen.

Was Hindi und Urdu gemeinsam haben:

  • Nahezu identische Grammatik
  • Gleiche Satzstruktur (Subjekt-Objekt-Verb)
  • Gemeinsamer Grundwortschatz im Alltag
  • Hindi- und Urdu-Sprecher verstehen sich im Alltag fast ohne Einschränkungen

Worin sie sich unterscheiden:

  • Schrift: Hindi nutzt Devanagari, Urdu die arabisch-persische Nastaliq-Schrift
  • Höherer Wortschatz: Hindi entlehnt aus dem Sanskrit, Urdu aus dem Arabischen und Persischen
  • Amtssprache: Hindi in Indien, Urdu in Pakistan

Aus meiner Sicht als Sprachlerner ist das faszinierend: Stell dir vor, Deutsch und Niederländisch hätten die gleiche Grammatik und unterschieden sich nur im formellen Wortschatz und der Schrift. So in etwa ist das Verhältnis von Hindi und Urdu im Alltag. Wer Hindi lernt, versteht also automatisch auch einen Großteil des gesprochenen Urdu.

Devanagari: Die Schrift der Hindi Sprache

Rikscha mit Devanagari-Schrift in Indien – Hindi wird von links nach rechts geschrieben

Hindi wird in Devanagari geschrieben – einer Schrift, die auch für Sanskrit, Marathi und Nepali verwendet wird. Die Schreib- und Leserichtung ist, wie wir es von westlichen Sprachen gewohnt sind, von links nach rechts.

Die wichtigsten Merkmale von Devanagari:

  • 47 Grundzeichen: 14 Vokale und 33 Konsonanten
  • Phonetisch: Jeder Buchstabe hat genau einen Laut – Hindi wird so ausgesprochen, wie es geschrieben wird
  • Shirorekha: Die charakteristische Linie über den Buchstaben, die ganze Wörter verbindet
  • Logische Ordnung: Konsonanten sind nach Artikulationsort sortiert (vom Rachen bis zu den Lippen)

Die phonetische Eigenschaft von Devanagari ist aus meiner Erfahrung ein großer Vorteil beim Lernen. Ich kenne das Problem von Sprachen wie Französisch, wo die Schreibweise oft wenig mit der Aussprache zu tun hat. Bei Hindi ist das anders: Hast du Devanagari einmal gelernt, kannst du jedes Wort korrekt aussprechen – ein Luxus, den nicht viele Sprachen bieten.

Eine vollständige Einführung mit allen Zeichen findest du in unserem Artikel Das indische Alphabet – Einführung in Devanagari.

Warum Hindi lernen? 5 konkrete Gründe

1. Zugang zu über 600 Millionen Menschen: Hindi ist die drittmeistgesprochene Sprache der Welt. Wer Hindi spricht, kann sich in weiten Teilen Indiens direkt mit der lokalen Bevölkerung verständigen – nicht nur in Hotels und Touristenzentren.

2. Bollywood und indische Kultur: Die meisten Bollywood-Filme werden in Hindi produziert. Wer Hindi versteht, erlebt die weltweit produktivste Filmindustrie ohne Untertitel. Dazu kommen Musik, Literatur und eine Jahrtausende alte Kulturgeschichte.

3. Reisen in Indien: In Nord- und Zentralindien öffnet Hindi Türen, die mit Englisch verschlossen bleiben. Auf lokalen Märkten, in Dörfern oder abseits der Touristenpfade ist Hindi oft die einzige Verständigungsmöglichkeit.

4. Berufliche Perspektiven: Indien ist eine der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt. Hindi-Kenntnisse sind zwar im internationalen Business selten nötig (dort dominiert Englisch), aber sie schaffen Vertrauen und persönliche Beziehungen – und das ist in der indischen Geschäftskultur viel wert.

5. Eine logische Herausforderung: Hindi hat ein anderes Schriftsystem, eine andere Satzstruktur und eine andere Denkweise als europäische Sprachen. Das klingt abschreckend, ist aber aus meiner Sicht genau der Reiz. Wer sich auf Hindi einlässt, trainiert sein Gehirn auf eine Weise, die skandinavische oder romanische Sprachen nicht bieten.

Wenn du direkt loslegen willst, findest du in unserem Guide Hindi lernen: Kurse, Apps und Methoden im Vergleich alle Optionen mit ehrlichen Bewertungen.

Erste Wörter und Alltagsfloskeln auf Hindi findest du ebenfalls auf unserer Seite.

Hindi in der Zukunft: Eine Sprache auf dem Vormarsch

Viele Sprachwissenschaftler gehen davon aus, dass Hindi in den kommenden Jahrzehnten weiter an globaler Bedeutung gewinnt. Indiens Bevölkerung wächst, die Wirtschaft boomt, und die indische Diaspora ist in nahezu jedem Land der Welt vertreten.

Einige Experten prognostizieren, dass Englisch bis 2050 seine Vormachtstellung als erste Weltsprache teilen wird – mit Französisch, Mandarin, Spanisch, Arabisch und Hindi.

Für Sprachlerner bedeutet das: Hindi zu lernen ist nicht nur kulturell bereichernd, sondern auch eine Investition in die Zukunft.

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Über den Autor

Ich bin Sven, Sprachlern-Autor und Autodidakt mit über 20 Jahren Erfahrung. Ich habe 6 Sprachen gelernt und meine Methoden in 4 Büchern dokumentiert. Auf Sprachfabrik24 teile ich seit 2014 ehrliche Einschätzungen und recherchierte Hintergrundinformationen zu Sprachen weltweit – nicht als Linguist, sondern aus der Perspektive eines praktischen Lerners.

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