Ukrainisch – So spricht man in der Ukraine

Sprachen vorgestellt Ukrainisch

Die Sprache Ukrainisch gehört zum slawischen Zweig der indogermanischen Sprachen. Sie wird zusammen mit dem Russischen und dem Weißrussischen zur ostslawischen Untergruppe dieses Zweigs gezählt. Heute ist Ukrainisch die alleinige Amtssprache der Ukraine.

Entstehung der ukrainischen Sprache

Altostslawisch war bis etwa zum 13. oder 14. Jahrhundert die gemeinsame Schriftsprache aller Ostslawen. Diese lebten im sogenannten Kiewer Rus, welches auch als altrussischer Staat bezeichnet wird. Dieses Großreich gilt als Vorläufer der heutigen Staaten Russland, Ukraine und Weißrussland. Auch für die anderen dort heimischen ethnischen Gruppen galt Altostslawisch als Staats- und Verwaltungssprache. Daneben existierte das Kirchenslawisch, welches für religiöse Schriften verwendet wurde. Allerdings wurden die beiden slawischen Sprachen in vielen Texten miteinander vermischt.

Im 13. Jahrhundert zerfiel das Kiewer Rus in das Großfürstentum Moskau und das Großfürstentum Litauen. Aus dem Altostslawischen entwickelten sich entsprechend zwischen dem 14. und 18. Jahrhundert die russische und die ruthenische Sprache. Letztere benutzten sowohl die Vorfahren der Ukrainer als auch diejenigen der Weißrussen für Texte von weltlichem Inhalt. Die ruthenische Sprache trug deshalb grundlegende Züge aus der ukrainischen und der weißrussischen Volkssprache. Sie stand dem Altostslawischen näher als dem Kirchenslawischen und setzte sich dank ihrer Einfachheit mit der Zeit durch.


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Sprachgeschichte

Die neuere ukrainische Lieteratursprache entstand Ende des 18. Jahrhunderts aus dem Ruthenischen. Sie wurde durch verschiedene ukrainische Dialekte beeinflusst. Im 19. Jahrhundert erlebte die ukrainische Kultur eine Blütezeit und die Literatursprache entwickelte sich weiter. Vor allem in Galizien, einer Landschaft in der heutigen Westukraine und im heutigen Südpolen, wurden viele Werke in ukrainischer Sprache geschaffen und verbreitet.

Außerhalb von Galizien wurde der russische Einfluss auf die ukrainische Sprache immer stärker. Die russische Regierung wandte sich Ende des 18. Jahrhunderts gegen die ukrainische Sprache und unterdrückte deren Gebrauch sowohl im öffentlichen Leben als auch in der Literatur und im Schulunterricht. Der russische Innenminister Valuev bestritt 1863 in einem Rundbrief die Existenz der ukrainischen Sprache. Für ihn war Ukrainisch ein von Polnisch verdorbenes Russisch.

1876 verbot Zar Alexander II. ukrainischsprachige Publikationen, weil die Zensurbehörde Angst hatte, dass sich gewisse Gebiete sonst von Russland lösen würden. Dadurch wurde der Gebrauch des Ukrainischen hier stark eingeschränkt. Ostukrainische Schriftsteller ließen ihre Werke deshalb in Galizien drucken, was die Bildung einer einheitlichen ukrainischen Schriftsprache dort förderte. In Galizien galt Ukrainisch als Amts- und Schulsprache.

Ab 1905 begann die ukrainische Sprache, immer mehr Funktionen einer Standardsprache zu übernehmen. Mit der Gründung der ukrainischen Volksrepublik von 1918 wurde Ukrainisch zum ersten Mal zur Staatssprache. Auch zur Zeit der Sowjetunion wurde es nicht verboten, doch war Russisch die Sprache der Wissenschaft, der Literatur und der Medien. Deshalb enthält die ukrainische Umgangssprache auch heute noch viele russische Begriffe.

Ein Gesetz von 1990 sah die offizielle Benutzung der ukrainischen Sprache vor. Mit der staatlichen Unabhängigkeit der Ukraine von 1991 wurde Ukrainisch zur alleinigen Amtssprache dieses neuen Staates. Daneben spielt auch Russisch immer noch eine bedeutende Rolle. Denn einerseits wohnen viele Russen in der Ukraine und andererseits sprechen viele Ukrainer nur Russisch. Mündlich wird zum Teil eine Mischform dieser beiden Sprachen verwendet. Diese nennt sich Surschyk.

Verbreitung von Ukrainisch

In der Ukraine sprechen rund 32 Millionen Menschen Ukrainisch als Muttersprache. Für viele weitere Menschen ist es die Zweitsprache. Nach dem Russischen und dem Polnischen ist es die am dritthäufigsten gesprochene slawische Sprache. Ukrainisch außerhalb der Ukraine sprechen einerseits Ukrainer, die nicht emigrieren mussten, und andererseits Ukrainer, die nach dem Zweiten Weltkrieg ausgewandert sind. Zur ersten Gruppe gehören hauptsächlich folgende Länder:

  • Russland
  • Moldawien
  • Weißrussland
  • Polen
  • Rumänien
  • Tschechien
  • Slowakei
  • Vojvodina
  • Ungarn
  • Kasachstan

Menschen aus der zweiten Gruppe emigrierten vor allem in diese Gebiete:

  • Deutschland
  • Großbritannien
  • Frankreich
  • Kanada
  • USA
  • Südamerika

Insgesamt wird die Zahl der heute ukrainisch sprechenden Menschen auf etwa 45 Millionen geschätzt. Die Verbreitung des Ukrainischen in der Ukraine nahm in den letzten Jahren stark zu. Dies sowohl im öffentlichen als auch im Bildungsbereich.


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