Hebräisches Alphabet: Aleph-Bet, Aussprache und Tabelle erklärt

Dieser Artikel wurde im September 2026 erstellt.
Hebräisches Alphabet – Aleph-Bet in klassischer Kalligrafie auf gealtertem Pergament
Grafik mit Hilfe von KI erstellt

Das hebräische Alphabet ist die Eintrittstür zur hebräischen Sprache. Ohne die 22 Buchstaben, das Aleph-Bet, kein Wort, kein Satz, keine Speisekarte in Tel Aviv, keine Zeile in einer Tora-Rolle. Wer Hebräisch ernsthaft lernen möchte, kommt an diesem Schritt nicht vorbei, und die gute Nachricht ist: Das Aleph-Bet ist deutlich schneller gelernt, als die meisten erwarten.

Ich habe in den letzten Jahren mehrere Sprachen mit fremdem Schriftsystem gelernt und dabei festgestellt: Das eigentliche Hindernis ist selten die Zeichenmenge, sondern die Angst vor der Fremdheit. Sobald man versteht, wie die Systematik hinter dem Aleph-Bet funktioniert (22 Konsonanten, von rechts nach links, mit einem eigenen Zahlensystem verknüpft), fällt der Rest fast von selbst. Diese Seite ist als vollständige Referenz aufgebaut: Tabelle, Aussprache, End-Formen, Vokalzeichen, Schreibschrift und die häufigsten Fragen.

Kurzantwort: Das hebräische Alphabet, auf Hebräisch Aleph-Bet genannt, besteht aus 22 Konsonanten. Vokale werden im Alltag nicht geschrieben, sondern aus dem Kontext erschlossen. Für Lernende gibt es das Nikud, ein Vokalzeichensystem. Hebräisch wird von rechts nach links geschrieben, Groß- und Kleinbuchstaben gibt es nicht. Fünf Buchstaben haben eine besondere End-Form am Wortende. Zwei bis drei Wochen mit täglich 15 Minuten reichen, um alle Zeichen sicher zu lesen.

Das hebräische Alphabet auf einen Blick – Tabelle mit Aussprache

Die folgende Tabelle zeigt alle 22 Buchstaben in der klassischen Reihenfolge, mit hebräischem Zeichen, End-Form (sofern vorhanden), Umschrift, deutscher Aussprache und Zahlenwert. Die Zahlenwerte sind kein Extra, sondern fest mit dem Alphabet verknüpft, weil im Hebräischen jeder Buchstabe gleichzeitig eine Zahl ist. Details dazu im Artikel zu den hebräischen Zahlen.

Name Hebräisch End-Form Umschrift Aussprache Zahl
Alef א — ʾAlef Stimmabsatz, Träger für Vokale 1
Bet ב — Bet / Vet „b“ mit Punkt, „v“ ohne Punkt 2
Gimel ג — Gimel „g“ wie in „gut“ 3
Dalet ד — Dalet „d“ wie in „Dach“ 4
He ה — He gehauchtes „h“ wie in „Haus“ 5
Waw / Vav ו — Waw „w“ oder „v“, auch als Vokal „o“/„u“ 6
Zayin ז — Zayin stimmhaftes „s“ wie in „Sonne“ 7
Chet ח — Chet „ch“ wie in „Bach“, kehlig 8
Tet ט — Tet „t“ wie in „Tag“ 9
Yod י — Yod „j“ wie in „Junge“, auch als „i“ 10
Kaf / Chaf כ ך Kaf „k“ mit Punkt, „ch“ ohne Punkt 20
Lamed ל — Lamed „l“ wie in „Land“ 30
Mem מ ם Mem „m“ wie in „Mann“ 40
Nun נ ן Nun „n“ wie in „Nacht“ 50
Samech ס — Samech stimmloses „s“ wie in „Skat“ 60
Ayin ע — Ayin kehliger Stimmabsatz, kein deutsches Äquivalent 70
Pe / Fe פ ף Pe „p“ mit Punkt, „f“ ohne Punkt 80
Tsadi צ ץ Tsadi „ts“ wie in „Zeit“ 90
Qof ק — Qof „k“ tief im Rachen 100
Resh ר — Resh gerolltes oder Zäpfchen-„r“ 200
Shin / Sin ש — Shin „sch“ (Shin) oder „s“ (Sin), je nach Punkt 300
Tav ת — Tav „t“ wie in „Tor“ 400

Die Sprache der Tora und Israels im Original lesen können

Ob Bibeltext im Urtext, Shabbat-Gebet oder Alltag in Jerusalem – der Sprachenlernen24-Tagestrainer bringt dich vom „Shalom" zum echten Hebräisch, angepasst an deinen Fortschritt, auf jedem Gerät. Kein stundenlanger Paukmarathon, sondern 17 Minuten täglich.

Teste es 2 Tage kostenlos und überzeuge dich selbst.

*

Aussprache des hebräischen Alphabets

Der größte Teil der 22 Buchstaben hat eine unkomplizierte deutsche Entsprechung. Eine kleine Gruppe braucht mehr Übung, weil sie Kehllaute oder Doppellaute enthält, die im Deutschen nicht vorkommen.

Kehllaute – Chet, Ayin und Alef

Chet (ח) klingt wie das „ch“ in „Bach“, nur noch etwas kehliger. Wer die Aussprache üben will, spricht ein deutlich betontes „Ach“ und schneidet den Vokal weg.

Ayin (ע) ist der schwierigste Buchstabe für Deutschsprachige. Er hat kein deutsches Äquivalent, sondern ist ein tiefer Stimmabsatz aus dem Rachen. Im modernen Ivrit wird er häufig wie ein Alef ausgesprochen, also praktisch stumm. Wer Bibelhebräisch lernt oder Muttersprachler aus arabisch geprägten Familien hört, erlebt den originalen Klang deutlicher.

Alef (א) ist selbst kein Konsonant im engeren Sinn, sondern ein Stimmabsatz und Träger für Vokale. Es ist der neutrale Ankerbuchstabe am Wortanfang, wenn ein Wort mit einem Vokal beginnt.

Buchstaben mit zwei Aussprachen

Fünf Buchstaben ändern ihre Aussprache je nachdem, ob im Zeicheninneren ein Punkt (das Dagesch) steht:

  • Bet (בּ = „b“, ב = „v“)
  • Kaf (כּ = „k“, כ = „ch“)
  • Pe (פּ = „p“, פ = „f“)

Und mit einem Punkt oben rechts oder links:

  • Shin (שׁ = „sch“, Punkt rechts) vs. Sin (שׂ = „s“, Punkt links)

Historisch galt das auch für Gimel, Dalet und Tav mit und ohne Dagesch. Im modernen Ivrit sind diese Unterschiede weitgehend verschwunden.

End-Formen – die fünf Buchstaben mit Doppelform

Fünf Buchstaben haben eine besondere Form, wenn sie am Wortende stehen. Sie heißen Sofit („End-„).

Buchstabe Normalform End-Form (Sofit)
Kaf כ ך
Mem מ ם
Nun נ ן
Pe פ ף
Tsadi צ ץ

Die End-Formen sind kein sprachlicher Extra-Buchstabe, sondern eine Schreibkonvention. Wer die fünf Ausnahmen kennt, kann jedes hebräische Wort korrekt schreiben. Im Alltag hilft eine Merkregel: alle End-Formen haben eine „nach unten verlängerte“ Kontur, weil sie ursprünglich am Wortende einen sichtbaren Abschluss markieren sollten.

Nikud – die Vokalzeichen für Lernende

Weil das hebräische Alphabet keine Vokalbuchstaben kennt, gibt es ein separates System aus Punkten und Strichen, das die Vokale markiert: das Nikud (auch Nikkud oder Niqqud). Es steht unter, über oder in den Buchstaben und macht das Lesen für Lernende deutlich einfacher.

Wichtig zu wissen: Im israelischen Alltag wird das Nikud fast nirgendwo verwendet. Zeitungen, Bücher, Straßenschilder und Websites zeigen die Buchstaben ohne Vokalpunkte. Muttersprachler lesen die Wörter aus dem Kontext, so wie geübte deutsche Leser den Sinn eines abgekürzten Wortes automatisch mitdenken. Nikud findet man vor allem in Lehrmaterialien, Kinderbüchern, religiösen Texten und in Gedichten, wo die genaue Aussprache wichtig ist.

Für Lernende gilt: Nikud in den ersten Monaten mitlesen, sobald das Sprachgefühl da ist, kann man darauf verzichten.

Schreibschrift und Druckschrift – zwei Gesichter des Aleph-Bet

Was viele Anfänger überrascht: Es gibt zwei sehr unterschiedliche Formen des hebräischen Alphabets. Die Druckschrift (Ktav Ashuri) ist das, was in Büchern, Zeitungen und Straßenschildern steht. Die Schreibschrift (Ktav Yad) verwenden Israelis für handschriftliche Notizen, sie unterscheidet sich in vielen Buchstaben deutlich von der Druckform.

Meine Empfehlung aus eigener Erfahrung: Zuerst die Druckschrift sicher lesen und schreiben lernen. Die Schreibschrift kommt später, wenn du selbst handschriftlich Hebräisch schreiben willst. Für reines Lesen (Speisekarten, Reiseführer, Websites) reicht die Druckschrift vollständig.

Alphabet oder Aleph-Bet? – Namensherkunft und Reihenfolge

Das Wort „Alphabet“ kommt von den ersten beiden griechischen Buchstaben, Alpha und Beta. Genau nach demselben Prinzip heißt das hebräische Alphabet Aleph-Bet, nach den ersten beiden Buchstaben Alef und Bet. Die Reihenfolge der 22 Zeichen ist seit über 3.000 Jahren stabil und wurde von den semitischen Nachbarsprachen übernommen. Auch das griechische und damit das lateinische Alphabet gehen letztlich auf diese Reihenfolge zurück.

Wer die Herkunft der Sprache tiefer verstehen möchte, findet die vollständige Geschichte im Artikel Hebräisch – Sprachgeschichte und Herkunft.

Zahlenwerte – warum jeder Buchstabe auch eine Zahl ist

Ein Merkmal, das das hebräische Alphabet einzigartig macht: Jeder Buchstabe hat gleichzeitig einen festen Zahlenwert. Alef ist 1, Bet ist 2, Yod ist 10, Qof ist 100. Größere Zahlen entstehen durch Kombination von Buchstaben. Wer das Alphabet lernt, lernt automatisch das Zahlensystem mit. Details, Aussprache der Zahlwörter, symbolische Bedeutungen (Chai = 18, das Wort für Leben) und die vollständige Zehner-Übersicht findest du im eigenen Artikel: Hebräische Zahlen.

Alt-/Bibelhebräisch vs. modernes Ivrit

Wer das Aleph-Bet in modernen Lehrmaterialien lernt, lernt das Alphabet des heutigen Ivrit. Das ist praktisch identisch mit dem Alphabet des biblischen Hebräisch, dieselben 22 Zeichen, dieselbe Reihenfolge. Unterschiede gibt es vor allem in der Aussprache: Biblisches Hebräisch unterscheidet mehr Kehllaute (Ayin, Chet), und einige Punkt-Unterschiede (Dagesch bei Gimel, Dalet, Tav) waren dort noch phonetisch relevant. Das Schriftbild ist gleich.

Die frühesten hebräischen Inschriften sind übrigens nicht in dieser Schrift verfasst, sondern in der älteren paläohebräischen Schrift, die um 500 v. Chr. von der aramäischen Quadratschrift (dem heutigen Aleph-Bet) verdrängt wurde. Wer eine Torarolle in der Synagoge sieht, sieht das moderne Zeichensystem, das seit rund 2.500 Jahren stabil ist.

🇮🇱 Gratis Buch: „Wie man Hebräisch in nur 7 Wochen lernt"

Erfahre alle Tricks, mit denen du Hebräisch schnell und effizient lernen kannst – viel schneller als du es dir jemals hättest erträumen können.

*

Hebräisches Alphabet lernen – der praktische Weg

Aus meiner Erfahrung mit mehreren fremden Schriftsystemen: Zwei bis drei Wochen mit täglich 10 bis 15 Minuten reichen für einen soliden Leseeinstieg. Was funktioniert:

  • Tabelle ausdrucken und aufhängen, an einem Ort, den du täglich siehst.
  • Karteikarten mit Buchstabe, Name und Lautwert, jede Karte drei Sekunden anschauen und aussprechen.
  • Erste echte Wörter mitschreiben, zum Beispiel Schalom, Toda, Boker tov. Wer Wörter parallel zum Alphabet übt, festigt beides gleichzeitig.
  • Straßenschilder lesen, sobald du in Israel bist, oder Google Street View verwenden. Das trainiert das Erkennen im echten Kontext.
  • Reihenfolge auswendig, weil das die Grundlage für den Umgang mit Wörterbüchern und alphabetischer Sortierung ist.

Wer nach dem Alphabet direkt in den Wortschatz einsteigen möchte, findet die nächsten Schritte in der Sammlung der wichtigsten Wörter auf Hebräisch sowie in der Übersicht der hebräischen Floskeln für den Alltag.

Für den strukturierten Einstieg ins Hebräische lohnt sich ein Blick auf diese Optionen:

Den vollständigen Vergleich aller Anbieter findest du im Hauptartikel: Hebräisch lernen – Kurse, Apps und Methoden im Vergleich.

Hebräisch lernen ohne Risiko – 31 Tage Geld-zurück-Garantie

Nicht zufrieden? Sprachenlernen24 erstattet dir 100% des Kaufpreises – ohne Bedingungen. Das Komplettpaket kostet aktuell 79€ statt 167€, ist eine Einmalzahlung und gibt dir 10 Jahre Zugang zu A1 bis C2.

Teste erst 2 Tage kostenlos – du gehst kein Risiko ein.

*

Häufige Fragen zum hebräischen Alphabet

Wie viele Buchstaben hat das hebräische Alphabet?

Das hebräische Alphabet hat 22 Konsonanten. Fünf davon haben eine besondere End-Form am Wortende (Kaf, Mem, Nun, Pe, Tsadi), das sind aber keine zusätzlichen Buchstaben, sondern Schreibvarianten derselben Zeichen.

Warum heißt es Aleph-Bet?

Nach den ersten beiden Buchstaben Alef und Bet, ganz analog zum griechischen Wort „Alphabet“ aus Alpha und Beta.

Wird Hebräisch von rechts nach links geschrieben?

Ja. Sowohl einzelne Wörter als auch der gesamte Textfluss verlaufen von rechts nach links. Zahlen mit arabischen Ziffern folgen dabei der westlichen Konvention und werden von links nach rechts gelesen, das kann in gedruckten Texten kurz irritieren.

Gibt es Groß- und Kleinbuchstaben im Hebräischen?

Nein. Das hebräische Alphabet kennt keine Unterscheidung zwischen Majuskeln und Minuskeln. Namen, Satzanfänge und Eigennamen werden ohne Großschreibung geschrieben.

Wie schwer ist das hebräische Alphabet zu lernen?

Zwei bis drei Wochen mit täglich 15 Minuten reichen für sicheres Lesen der Druckschrift. Schreiben dauert etwas länger. Aus meiner Erfahrung mit fremden Schriftsystemen ist Hebräisch dabei deutlich schneller lernbar als Chinesisch oder Japanisch und ungefähr auf dem Niveau von Griechisch oder Kyrillisch.

Kann ich meinen Namen im hebräischen Alphabet schreiben?

Ja. Weil das Aleph-Bet ein phonetisches System ist, lässt sich jeder Name lautlich abbilden. Vokale werden entweder weggelassen oder durch Nikud angedeutet, und einige Konsonanten (etwa deutsches „ö“ oder „ü“) gibt es nicht als exaktes Äquivalent, sondern nur als beste phonetische Näherung.


Sven Mancini, Autor von Sprachfabrik24.de

Sven Mancini
Sprachlern-Autor | 6 Sprachen | Über 20 Jahre Erfahrung

Ich habe Norwegisch, Dänisch, Schwedisch und Französisch als Autodidakt gelernt und mich seit Jahren intensiv mit fremden Schriftsystemen beschäftigt. Das Aleph-Bet fasziniert mich, weil es das älteste kontinuierlich verwendete Alphabet der Welt ist. Diese Seite ist meine kompakte Referenz für alle, die Hebräisch von Grund auf lesen lernen wollen.

→ Mehr über mich

Weiterführende Artikel