Japan gehört zu den sprachlich einheitlichsten Ländern der Welt. Wer nach Japan reist oder dort arbeitet, kommt mit Japanisch überall durch und ohne Japanischkenntnisse schnell an Grenzen. Englisch ist zwar Schulfach, spielt im Alltag aber eine viel kleinere Rolle als etwa in den Niederlanden oder in Skandinavien.
Auf dieser Seite:
Die Amtssprache Japans – Japanisch
Japan hat keine gesetzlich festgelegte Amtssprache. Japanisch ist trotzdem de facto die Staatssprache, auch ohne eigenes Sprachgesetz. In der Praxis spielt das keine Rolle: In Verwaltung, Schule, Medien und Alltag wird ausschließlich Japanisch verwendet.
Rund 99 % der Bevölkerung sprechen Japanisch als Muttersprache, weltweit sind es etwa 125 Millionen Menschen. Damit ist Japan ähnlich einsprachig wie Island oder Südkorea.
Die Standardform des Japanischen heißt Hyōjungo (標準語) und basiert auf dem Tokioter Dialekt. Sie wird in Schulen gelehrt, in den Nachrichten gesprochen und im öffentlichen Leben verwendet. Daneben gibt es eine lebendige Dialektlandschaft, mehr dazu weiter unten bei Osaka.
Geschrieben wird Japanisch mit drei Schriften gleichzeitig: den Silbenschriften Hiragana und Katakana sowie den aus dem Chinesischen übernommenen Kanji. Wer einsteigen will, beginnt am besten mit Hiragana lernen. Wie sich die Sprache über die Jahrhunderte entwickelt hat, liest du in Japanisch: Herkunft, Geschichte und Schriftsysteme.
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Wie heißt Japan in der Landessprache? Nihon oder Nippon
Auf Japanisch heißt Japan 日本, gesprochen Nihon oder Nippon. Die beiden Schriftzeichen bedeuten „Sonne“ und „Ursprung“, Japan ist also das Land, in dem die Sonne aufgeht. Daher kommt auch der Beiname „Land der aufgehenden Sonne“.
Beide Aussprachen sind korrekt. Im Alltag hörst du meist Nihon. Nippon klingt kräftiger und offizieller: Es steht auf Briefmarken und Geldscheinen, und im Stadion feuern Fans ihr Team mit „Nippon!“ an. Die Sprache selbst heißt 日本語 (Nihongo), wörtlich „Sprache Japans“.
Welche Sprache spricht man in Tokio und Osaka?
In Tokio spricht man Japanisch, und zwar genau die Standardform Hyōjungo, weil sie auf dem Tokioter Dialekt aufbaut. Wer Standard-Japanisch lernt, lernt im Wesentlichen das Japanisch, das in Tokio gesprochen wird. Deutsch spricht man in Tokio übrigens nicht, auch wenn diese Frage erstaunlich oft gestellt wird.
Englisch ist in Tokio als internationaler Metropole etwas verbreiteter als im Rest des Landes, besonders in Touristenvierteln wie Shinjuku, Shibuya oder Asakusa sowie in internationalen Unternehmen. Im Supermarkt, auf dem Amt oder im Nahverkehr ist Englisch aber auch in Tokio keine verlässliche Option.
In Osaka und Kyoto klingt Japanisch dagegen hörbar anders. Der dortige Dialekt heißt Kansai-ben und gilt als locker, direkt und humorvoll. Viele Comedians in Japan sprechen ihn. Auch in Sapporo, Sendai oder Fukuoka gibt es eigene Färbungen, doch Standard-Japanisch versteht und spricht dort jeder.
So klingt Osaka: drei Wörter Kansai-ben
- Ōkini (おおきに) statt Arigatō: Danke
- Akan (あかん) statt Dame: Geht nicht, lass das
- Honma (ほんま) statt Hontō: Echt? Wirklich!
Als Reisender musst du Kansai-ben nicht sprechen. Wer aber in Osaka einmal „ōkini“ sagt, erntet garantiert ein Lächeln.
Minderheitssprachen in Japan
Neben Japanisch gibt es einige Minderheitssprachen, von denen die meisten vom Aussterben bedroht sind:
Ainu
Ainu ist die Sprache der Ainu, des indigenen Volks im Norden Japans, vor allem auf Hokkaido. Die UNESCO stuft sie als kritisch gefährdet ein: Muttersprachler gibt es praktisch keine mehr, einige Tausend Menschen lernen die Sprache aber wieder. Seit 2019 sind die Ainu per Gesetz offiziell als indigenes Volk Japans anerkannt, seitdem gibt es mehr Förderprogramme, etwa das Nationalmuseum Upopoy auf Hokkaido.
Ryūkyū-Sprachen
Auf den Ryūkyū-Inseln rund um Okinawa werden traditionell die Ryūkyū-Sprachen gesprochen. Sprachwissenschaftler zählen sie als eigene Sprachen und nicht als Dialekte des Japanischen. Die bekannteste ist Uchinaaguchi (Okinawanisch). Die UNESCO führt mehrere dieser Sprachen als gefährdet, denn im Alltag hat Standard-Japanisch sie weitgehend verdrängt. Gesprochen werden sie vor allem noch von älteren Menschen.
Koreanisch und Chinesisch
In Japan leben mehrere Hunderttausend Menschen koreanischer und chinesischer Herkunft. Viele von ihnen sprechen zu Hause Koreanisch oder Chinesisch, besonders in der älteren Generation der Zainichi-Koreaner. Einen offiziellen Status haben beide Sprachen nicht.
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Wird in Japan Englisch gesprochen?
Das ist eine der häufigsten Fragen von Reisenden, und die ehrliche Antwort lautet: weniger als erwartet.
Englisch ist seit Jahrzehnten Pflichtfach an japanischen Schulen. Trotzdem landet Japan im EF English Proficiency Index seit Jahren nur im Bereich „niedrige Kenntnisse“. Die Gründe sind strukturell: Der Unterricht konzentriert sich auf Grammatik und Lesen, kaum aufs Sprechen. Dazu kommt die Scheu, vor anderen Fehler zu machen.
Was das für Reisende bedeutet:
- In großen Touristenstädten (Tokio, Kyoto, Osaka) kommst du auf Englisch oft weiter
- Bahnhöfe, Flughäfen und viele Schilder sind zweisprachig beschriftet
- In ländlichen Regionen und bei älteren Menschen ist Englisch kaum verbreitet
- Im Berufsleben wird Englisch vor allem in internationalen Unternehmen genutzt, nicht flächendeckend
Beliebte Fremdsprachen in Japan
Neben Englisch spielen weitere Sprachen in Japan eine Rolle:
Mandarin / Chinesisch
China ist einer der wichtigsten Handelspartner Japans, und aus China kommen sehr viele Touristen. Deshalb ist Mandarin in Handel und Tourismus gefragt, viele Unternehmen suchen gezielt Mitarbeiter mit Chinesischkenntnissen.
Koreanisch
K-Pop, K-Dramen und koreanisches Essen haben in Japan eine große Fangemeinde. Koreanisch gehört deshalb zu den beliebtesten Fremdsprachen unter jungen Japanern.
Deutsch
Deutsch hat in Japan eine lange Tradition, besonders in Medizin, Philosophie und Musik. Bis heute stecken deutsche Wörter im Japanischen, etwa アルバイト (arubaito) für den Nebenjob oder カルテ (karute) für die Patientenakte. An vielen Universitäten ist Deutsch eine verbreitete zweite Fremdsprache. Mehr solcher Wörter findest du unter Die wichtigsten Wörter auf Japanisch.
Nein. In Tokio spricht man Japanisch, und auch Englisch ist im Alltag nur begrenzt verbreitet. Deutsch lernen in Japan vor allem Studierende als zweite Fremdsprache, im Alltag kommst du damit aber praktisch nirgends weiter. Ausnahmen sind einzelne Deutschlehrer, Musiker oder Mediziner.
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Wo wird Japanisch außerhalb Japans gesprochen?
Japanisch ist fast ausschließlich in Japan zu Hause, eine zweite Amtssprache hat es nirgends. Durch Auswanderung im 19. und 20. Jahrhundert gibt es aber größere japanischstämmige Gemeinden in Brasilien (die größte außerhalb Japans), auf Hawaii und im Westen der USA sowie in Peru. In den jüngeren Generationen wird dort allerdings meist Portugiesisch, Englisch oder Spanisch gesprochen.
Japanisch lernen – der nächste Schritt
Wer nach Japan reist, dort arbeitet oder die Kultur tiefer verstehen will, kommt an Japanisch nicht vorbei. Für den Reisealltag reichen 30 bis 50 gut sitzende Ausdrücke. Für die Arbeit oder einen längeren Aufenthalt brauchst du einen strukturierten Einstieg.
Die wichtigsten japanischen Floskeln für den Alltag findest du hier: Japanische Floskeln mit Bedeutung und Aussprache. Wer lieber per Handy lernt, schaut in unseren Vergleich der besten Apps zum Japanisch lernen. Alle Informationen zu Kursen und Methoden gibt es im kompletten Japanisch-Lernleitfaden.
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Weiterführende Artikel:
- Japanisch lernen: der komplette Leitfaden
- Hiragana lernen: alle 46 Zeichen mit Übersicht
- Auf Wiedersehen auf Japanisch: mehr als Sayōnara
- Japanisch lernen per App: die besten Apps im Vergleich
- Japanische Floskeln mit Bedeutung
- Die wichtigsten Wörter auf Japanisch
- Zahlen auf Japanisch: beide Systeme & Zählwörter erklärt
- Die japanische Sprache: Herkunft, Geschichte und Schriftsysteme
Sprachlern-Autor | 6 Sprachen | 4 Grundwortschatz-Bücher
Ich bin kein Linguist, aber ich habe sechs Sprachen als Autodidakt gelernt und meine Methoden in vier Büchern dokumentiert. Auf Sprachfabrik24.de teile ich ehrliche Erfahrungen und getestete Strategien. Mehr über mich.
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