Wer in den App-Store „Japanisch lernen“ eingibt, bekommt Dutzende Treffer. Die meisten sind für Englisch als Ausgangssprache gebaut, viele behandeln die Schrift nur nebenbei, und fast alle versprechen, dass fünf Minuten am Tag reichen. Für Spanisch mag das stimmen. Für eine Sprache mit drei Schriftsystemen nicht.
In diesem Vergleich schaue ich mir sieben Angebote an und bewerte sie nach dem, was beim Japanischen wirklich zählt: Wird Hiragana ernsthaft beigebracht? Wie weit reicht es bei Kanji? Wird Grammatik erklärt oder nur geraten? Und gibt es Erklärungen auf Deutsch? Die Angaben zu Funktionen stammen von den Anbietern selbst, Stand September 2026.
Auf dieser Seite:
Die besten Apps zum Japanisch lernen im Überblick
| App | Kostenlos testen | Stärke | Schwäche |
|---|---|---|---|
| Sprachenlernen24 | Ja, Gratis-Lektionen | Strukturierter Wortschatzaufbau, Erklärungen auf Deutsch | Kein Spielcharakter wie bei Duolingo |
| LingoDeer | Ja, erste Lektionen | Grammatik und Schrift Schritt für Schritt | Voller Umfang nur im Abo |
| Duolingo | Ja, dauerhaft | Motivation, Hiragana und Katakana spielerisch | Grammatik wird kaum erklärt |
| Mondly | Ja, tägliche Gratislektion | Dialogsimulationen mit Spracherkennung | Schrift nur teilweise, Kanji kaum |
| Rosetta Stone | Ja, Probelektionen | Immersion ohne Übersetzung, Ausspracheprüfung | Grammatik musst du dir selbst erschließen |
| Busuu | Ja, Basisversion | Korrekturen durch Muttersprachler aus der Community | Japanischkurs weniger umfangreich als die großen Sprachen |
| Preply | Probestunde | Echte Gespräche mit Lehrkräften aus Japan | Kosten pro Stunde, keine Selbstlern-App |
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Worauf es bei einer Japanisch-App ankommt
Bei europäischen Sprachen vergleicht man Apps vor allem nach Wortschatz und Motivation. Beim Japanischen kommen drei Punkte dazu, die über Erfolg oder Frust entscheiden:
1. Schrift statt Rōmaji. Viele Apps zeigen am Anfang alles in lateinischer Umschrift. Das fühlt sich schnell an, rächt sich aber: Wer monatelang „arigatō“ liest, kann ありがとう immer noch nicht lesen. Eine gute App führt dich früh an Hiragana heran und lässt die Umschrift nach und nach weg. Die komplette Tabelle mit allen 46 Zeichen findest du in unserem Artikel zum japanischen Alphabet.
2. Höflichkeitsformen. Japanisch unterscheidet streng zwischen höflicher Form (taberu wird zu tabemasu) und lockerer Sprache unter Freunden. Apps, die das nicht erklären, bringen dir Sätze bei, die im falschen Moment unhöflich klingen. Welche Floskeln wann passen, zeigen wir bei den japanischen Floskeln.
3. Die Tonhöhe. Japanisch hat einen Tonhöhenakzent. Hashi heißt je nach Betonung Brücke (橋) oder Essstäbchen (箸). Die Spracherkennung in Apps prüft meist nur, ob die Silben stimmen, nicht die Tonhöhe. Deshalb lohnt es sich, Audio von Muttersprachlern bewusst nachzusprechen.
Die Apps im Detail
Sprachenlernen24: strukturierter Einstieg auf Deutsch
Sprachenlernen24 ist streng genommen keine klassische App aus dem Store, sondern ein Onlinekurs, der im mobilen Browser genauso läuft wie am PC. Der Lernfortschritt wird gespeichert, du machst am Smartphone dort weiter, wo du am Laptop aufgehört hast. Der große Unterschied zu den meisten Apps in diesem Vergleich: Der Kurs ist für deutsche Muttersprachler gebaut. Erklärungen, Übersetzungen und Beispielsätze sind auf Deutsch, nicht auf Englisch.
Kern ist die Langzeitgedächtnis-Lernmethode. Vokabeln werden in festen Abständen wiederholt, bis sie sitzen, statt einmal durchgeklickt und vergessen zu werden. Nach Angaben des Anbieters erreichst du mit 15 bis 20 Minuten täglich nach etwa drei Monaten einen Grundwortschatz auf A2-Niveau. Wer schon Vorkenntnisse hat, kann vorher mit dem kostenlosen Japanisch-Einstufungstest* prüfen, wo er steht.
Gut für: Einsteiger, die einen roten Faden wollen und lieber auf Deutsch lernen.
Weniger gut für: alle, die vor allem Spielelemente, Punkte und Ranglisten suchen.
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LingoDeer: die Grammatik-App für ostasiatische Sprachen
LingoDeer wurde ursprünglich speziell für Japanisch, Koreanisch und Chinesisch entwickelt, und das merkt man. Die App führt Hiragana und Katakana systematisch ein und baut Kanji Schritt für Schritt in die Lektionen ein. Jede Einheit hat Grammatiknotizen, die erklären, warum ein Satz so gebaut ist, statt dich raten zu lassen. Die Audios sind laut Anbieter von Muttersprachlern eingesprochen.
Die Oberfläche gibt es auf Deutsch. Prüfe beim Start trotzdem, in welcher Sprache die Grammatikerklärungen im Japanischkurs angezeigt werden, bevor du ein Abo abschließt. Die ersten Lektionen sind kostenlos, danach brauchst du ein Abo.
Gut für: Lernende, die verstehen wollen, wie Japanisch funktioniert.
Weniger gut für: alle, die nur ein paar Reisesätze brauchen.
Duolingo: kostenlos und motivierend, aber flach
Duolingo bietet Japanisch direkt für deutsche Muttersprachler an und ist komplett kostenlos nutzbar. Hiragana und Katakana werden spielerisch mit eigenen Übungen trainiert, die ersten Kanji kommen früh dazu. Die Streaks und Ligen halten viele Nutzer über Monate bei der Stange, und das ist bei Japanisch viel wert.
Die Schwäche: Grammatik wird kaum erklärt. Du lernst Sätze auswendig, ohne zu verstehen, warum das Verb am Ende steht oder wann wa und wann ga kommt. Viele Nutzer kommen auf diese Weise zwar weit im Kursbaum, können aber keinen eigenen Satz bilden.
Gut für: den kostenlosen Einstieg und als tägliche Ergänzung zu einem Kurs.
Weniger gut für: alle, die Japanisch ernsthaft bis zur JLPT-Prüfung lernen wollen.
Japanische Vokabeln, die beim Anime sofort sitzen
Die Langzeitgedächtnis-Methode von Sprachenlernen24 wiederholt jedes Wort zum optimalen Zeitpunkt – so wandert es dauerhaft ins Langzeitgedächtnis. Keine Computerstimme, sondern echte Tonstudio-Aufnahmen japanischer Muttersprachler, damit du raushörst, was die Charaktere wirklich sagen.
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Mondly: Sprechen üben mit Dialogsimulation
Mondly setzt auf kurze Lektionen von fünf bis zehn Minuten und vor allem auf Gesprächssimulationen: Du sprichst in einem vorgegebenen Dialog, etwa im Hotel oder im Restaurant, und die Spracherkennung prüft deine Antwort. Das ist nützlich, um die Scheu vor dem Sprechen zu verlieren, und passt gut zur Vorbereitung auf eine Japanreise.
Bei der Schrift bleibt Mondly an der Oberfläche. Hiragana taucht auf, wird aber nicht so systematisch aufgebaut wie bei LingoDeer, und Kanji lernst du hier nicht gezielt. Wer Mondly nutzt, sollte die Schrift daher parallel mit einer anderen Methode lernen. Eine Lektion pro Tag ist kostenlos, der volle Zugang läuft über ein Abo.
Gut für: Reisende und alle, die vor allem sprechen üben wollen.
Weniger gut für: Lesen und Schreiben.
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Rosetta Stone: Immersion ohne Übersetzung
Rosetta Stone arbeitet ohne Übersetzungen. Du siehst Bilder, hörst Japanisch und ordnest zu, ähnlich wie ein Kind, das eine Sprache aufschnappt. Die Aussprachekontrolle TruAccent vergleicht deine Aussprache mit der von Muttersprachlern. Japanisch ist im Programm enthalten.
Der Ansatz ist konsequent, hat bei Japanisch aber eine Kehrseite: Grammatik, die sich stark vom Deutschen unterscheidet, musst du dir selbst aus Beispielen erschließen. Wer gern Regeln schwarz auf weiß sieht, wird damit nicht glücklich. Wer sich auf die Methode einlässt, bekommt ein gutes Gefühl für die Sprache.
Gut für: geduldige Lernende, die intuitiv lernen wollen.
Weniger gut für: alle, die Grammatik erklärt haben möchten.
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Busuu: Feedback von Muttersprachlern
Busuu bietet einen Japanischkurs mit kurzen Lektionen und einer kostenlosen Basisversion. Das Besondere ist die Community: Du schreibst oder sprichst kleine Übungen ein, und japanische Muttersprachler, die selbst Deutsch oder eine andere Sprache lernen, korrigieren sie. Das ist echtes Feedback, das die meisten Apps nicht bieten.
Der Japanischkurs ist allerdings nicht so umfangreich wie die Kurse für Spanisch oder Englisch. Als alleinige Lernquelle reicht er auf Dauer nicht, als Ergänzung für Schreibübungen ist er hilfreich.
Gut für: alle, die Rückmeldung von echten Menschen suchen.
Weniger gut für: den systematischen Aufbau bis zum JLPT.
Preply: wenn die App nicht mehr reicht
Preply ist keine Lern-App, sondern eine Plattform für Einzelunterricht per Video. Du suchst dir eine Lehrkraft aus Japan aus, bezahlst pro Stunde und kannst mit einer Probestunde starten. Spätestens wenn du merkst, dass du viel verstehst, aber im Gespräch hängen bleibst, bringt eine Stunde pro Woche mehr als die fünfte App.
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Warum Babbel in diesem Vergleich fehlt
Welche App für wen?
| Dein Ziel | Passende Kombination |
|---|---|
| Kompletter Einstieg ohne Vorkenntnisse | Sprachenlernen24 für Wortschatz, dazu Hiragana nach unserer Tabelle |
| Anime und Manga ohne Untertitel verstehen | LingoDeer für Grammatik, Duolingo für den täglichen Rhythmus |
| Japanreise in drei Monaten | Mondly für Dialoge, dazu die wichtigsten Floskeln |
| JLPT N5 oder N4 bestehen | Strukturierter Kurs plus Kanji-Karteikarten und Handschrift |
| Sprechen mit echten Menschen | Preply, ergänzt durch Busuu-Korrekturen |
Für Anime-Fans gilt ein ehrlicher Hinweis: Die Sprache in Anime ist oft sehr umgangssprachlich, voller Männer- und Frauensprache und Übertreibung. Apps bringen dir das höfliche Standardjapanisch bei. Das ist richtig so, denn wer im Restaurant wie ein Anime-Held spricht, erntet Stirnrunzeln. Nutze Anime als Hörtraining, nicht als Vorlage zum Nachsprechen.
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Für Reisende reicht oft weniger als gedacht. Mit einer Handvoll Höflichkeitsformeln, den Zahlen auf Japanisch für Preise und Uhrzeiten und einem freundlichen sumimasen kommst du weit. Wie du dich richtig verabschiedest, steht in unserem Artikel Auf Wiedersehen auf Japanisch. Ob du im Notfall mit Englisch weiterkommst, klärt unser Artikel Welche Sprache spricht man in Japan?
Was keine App für dich erledigt
Apps sind stark beim Wiedererkennen: Du siehst ein Zeichen und wählst die richtige Lösung aus vier Möglichkeiten. Kanji lernst du so aber nur halb. Wer ein Zeichen nie selbst geschrieben hat, verwechselt ähnliche Kanji wie 待 (warten) und 持 (halten) immer wieder. In japanischen Schulen werden Kanji deshalb bis heute tausendfach von Hand geübt, in festgelegter Strichreihenfolge.
Mein Rat: Nimm neben der App ein kariertes Heft und schreibe jedes neue Kanji fünfmal. Das kostet zwei Minuten am Tag und macht den Unterschied zwischen „schon mal gesehen“ und „kann ich“. Für die Wiederholung eignen sich zusätzlich digitale Karteikarten, etwa mit dem kostenlosen Programm Anki.
Die zweite Grenze ist das Sprechen. Keine Spracherkennung ersetzt ein echtes Gespräch, in dem jemand nachfragt, schneller spricht oder ein Wort benutzt, das du nicht kennst. Genau in diesen Momenten lernst du am meisten.
Einen Überblick über den ganzen Lernweg, von der Schrift über die JLPT-Stufen bis zum passenden Kurs für dein Niveau, gibt unser Leitfaden Japanisch lernen. Kostenlose Lernmaterialien bieten außerdem die Japan Foundation und NHK World mit kurzen Audio-Lektionen.
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Häufige Fragen
Welche App ist die beste zum Japanisch lernen?
Das hängt vom Ziel ab. Für einen strukturierten Einstieg mit deutschen Erklärungen eignet sich Sprachenlernen24, für Grammatik und Schrift LingoDeer, für tägliche Motivation Duolingo und für Sprechübungen Mondly. Viele Lernende kombinieren zwei Apps.
Kann man mit einer App kostenlos Japanisch lernen?
Ja, Duolingo ist dauerhaft kostenlos und deckt Hiragana, Katakana und erste Kanji ab. Für einen soliden Grammatikaufbau reicht die Gratisversion allein aber nicht. Die meisten anderen Apps bieten kostenlose Probelektionen.
Gibt es Babbel für Japanisch?
Nein, Babbel bietet kein Japanisch an. Eine Alternative mit ähnlich strukturiertem Aufbau und Erklärungen auf Deutsch ist Sprachenlernen24.
Kann man mit einer App Kanji lernen?
Apps helfen beim Wiedererkennen von Kanji, ersetzen aber nicht das Schreiben von Hand. Wer Kanji zuverlässig behalten will, sollte neue Zeichen zusätzlich mehrmals auf Papier schreiben und mit Karteikarten wiederholen.
Wie lange dauert es, mit einer App Japanisch zu lernen?
Mit 15 bis 20 Minuten täglich schaffst du Hiragana in rund zwei Wochen und einen Grundwortschatz auf A2-Niveau in einigen Monaten. Für fließendes Japanisch brauchst du mehrere Jahre und neben der App auch echte Gespräche.
Weiterführende Artikel:
Sprachlern-Autor | 6 Sprachen | 4 Grundwortschatz-Bücher
Ich bin kein Linguist, aber ich habe sechs Sprachen als Autodidakt gelernt und meine Methoden in vier Büchern dokumentiert. Auf Sprachfabrik24.de teile ich ehrliche Erfahrungen und getestete Strategien. Mehr über mich.
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