Auf Wiedersehen auf Japanisch: Sayōnara, Mata ne & Co. richtig verwenden

Dieser Artikel wurde zuletzt im September 2026 aktualisiert & geprüft.
Zwei Freunde verabschieden sich winkend auf einem japanischen Bahnsteig
Grafik mit Hilfe von KI erstellt
Kurzantwort: „Auf Wiedersehen“ heißt auf Japanisch さようなら (Sayōnara). Im Alltag hörst du es aber selten, weil es nach einem Abschied für lange Zeit klingt. Unter Freunden sagt man für „Tschüss“ meist じゃあね (Jā ne) oder またね (Mata ne), im Büro お疲れ様でした (Otsukaresama deshita) und in höflichen Situationen 失礼します (Shitsurei shimasu).

Sayōnara kennt jeder, aus Filmen, Liedern und Kreuzworträtseln. Genau deshalb ist es die Verabschiedung, mit der sich Deutsche in Japan am häufigsten verraten. Für meine Grundwortschatz-Bücher gehörten Begrüßen und Verabschieden in jeder Sprache zu den ersten zwanzig Wörtern, weil man sie vom ersten Tag an braucht. Beim Japanischen ist das Verabschieden aber eine eigene kleine Wissenschaft: Es hängt davon ab, mit wem du sprichst, wo du bist und wann ihr euch wiederseht.

In diesem Artikel findest du alle wichtigen Formen, von locker bis sehr höflich, mit Aussprache, Schrift und der Situation, in die sie passen.

Sayōnara: Bedeutung und warum Japaner es selten sagen

Japanisch Aussprache Bedeutung
さようなら Sayōnara Auf Wiedersehen, Lebewohl

Sayōnara (さようなら) ist die Wörterbuch-Übersetzung von „Auf Wiedersehen“. Gesprochen wird es mit einem langen o in der Mitte: sa-yōō-na-ra. Ursprünglich kommt es von sayō naraba, was ungefähr „wenn es denn so ist“ bedeutet. Gemeint war also: „Wenn es so sein muss, dann trennen wir uns jetzt.“

Genau dieser Beiklang macht es im Alltag schwierig. Sayōnara klingt endgültig, nach einem Abschied für lange Zeit oder sogar für immer. Deshalb sagen Japaner es zu Freunden und Kollegen, die sie morgen wiedersehen, fast nie. Unter Paaren kann ein ernstes „Sayōnara“ sogar klingen, als würde man Schluss machen.

Wo du es trotzdem hörst:

  • In der Schule: Kinder verabschieden sich am Ende des Tages im Chor von der Lehrkraft mit „Sensei, sayōnara“.
  • Bei einem echten Abschied: vor einem Umzug, einer langen Reise oder am Ende eines Austauschjahres.
  • In Durchsagen und Liedern: dort, wo ein feierlicher, etwas wehmütiger Ton gewollt ist.
Kreuzworträtsel-Tipp: „Auf Wiedersehen auf Japanisch“ mit acht Buchstaben? Die Lösung ist fast immer SAYONARA. Das lange o wird im Rätsel einfach weggelassen.

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Tschüss auf Japanisch: die lockeren Formen

Unter Freunden, in der Familie und unter gleichaltrigen Kollegen verabschiedet man sich locker und kurz. Diese Formen hörst du in Japan ständig:

Japanisch Aussprache Bedeutung und Gebrauch
じゃあね Jā ne Tschüss, also dann. Die häufigste lockere Form.
またね Mata ne Bis bald, man sieht sich
じゃあ、また Jā, mata Also, bis dann
バイバイ Bai bai Bye-bye, vor allem unter Jüngeren und Kindern
また明日 Mata ashita Bis morgen
また後で Mata ato de Bis später
また来週 Mata raishū Bis nächste Woche
おやすみ Oyasumi Gute Nacht (locker), höflich: Oyasuminasai
Mata ne: Was bedeutet das auf Deutsch?
„Mata“ (また) heißt „wieder“ oder „noch einmal“, „ne“ (ね) ist eine kleine Partikel, die Nähe und Zustimmung ausdrückt, etwa wie „gell?“ oder „ne?“ im Deutschen. Wörtlich also „Wieder, ne?“, sinngemäß „Bis bald!“. Nach demselben Baukasten funktionieren mata ashita (wieder morgen) und mata raishū (wieder nächste Woche). Wer einmal „mata“ verstanden hat, kann sich damit für fast jede Situation selbst eine Verabschiedung bauen.

Übrigens: In Osaka und Kyoto hörst du statt „Jā ne“ oft Hona oder Hona ne (ほな), das ist Kansai-Dialekt. Mehr zu den Dialekten findest du unter Welche Sprache spricht man in Japan?.

Japanische Schüler verabschieden sich winkend am Schultor
Grafik mit Hilfe von KI erstellt

Höflich verabschieden: Büro, Chef und Telefon

Sobald es förmlich wird, verschwinden Jā ne und Mata ne. Im Beruf, gegenüber Älteren oder Kunden gelten eigene Formeln. Die meisten davon haben kein deutsches Gegenstück.

Japanisch Aussprache Bedeutung und Gebrauch
失礼します Shitsurei shimasu Wörtlich „Ich bin unhöflich“. Beim Verlassen eines Raums, gegenüber Vorgesetzten und am Ende eines Telefonats.
お先に失礼します Osaki ni shitsurei shimasu „Entschuldigt, dass ich vor euch gehe.“ Wenn du das Büro vor den Kollegen verlässt.
お疲れ様でした Otsukaresama deshita „Danke für deinen Einsatz.“ Die Antwort der Kollegen, und der typische Feierabend-Gruß.
では、また Dewa, mata Also dann, bis bald. Höflich, aber nicht steif.
また会いましょう Mata aimashō Lass uns uns wiedersehen
お元気で O-genki de Mach’s gut, bleib gesund. Wenn ihr euch länger nicht seht.
気をつけて Ki o tsukete Pass auf dich auf, komm gut heim
ごきげんよう Gokigen’yō Sehr elegant, fast altmodisch. Hörst du eher in Filmen oder an Mädcheninternaten.
Otsukaresama: das Büro-Sayōnara
Wer abends das Büro verlässt, sagt „Osaki ni shitsurei shimasu“, und die Kollegen antworten „Otsukaresama deshita“. Dieses kleine Ritual ersetzt im Arbeitsleben das Auf Wiedersehen komplett. Otsukaresama steckt voller Anerkennung: Es heißt ungefähr „Du hast dich heute angestrengt“, und man sagt es sogar untereinander im Flur oder zum Beginn eines Telefonats. Warum das so typisch japanisch ist, erkläre ich auch bei den Wörtern, die es nur im Japanischen gibt.

Am Telefon sagt man vor dem Auflegen übrigens fast immer „Shitsurei shimasu“. Und wer wartet, bis der Ranghöhere zuerst aufgelegt hat, macht alles richtig.

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Welche Verabschiedung passt wann?

Die wichtigste Regel: Nicht das Wort entscheidet, sondern die Beziehung zu deinem Gegenüber. Diese Übersicht hilft dir, im Alltag richtig zu liegen:

Situation Das sagst du Aussprache
Freunde, Familie じゃあね / またね Jā ne / Mata ne
Kollegen am Feierabend お先に失礼します Osaki ni shitsurei shimasu
Chef, Kunden, Behörde 失礼します Shitsurei shimasu
Am Ende eines Telefonats 失礼します Shitsurei shimasu
Nach dem Essen im Restaurant ごちそうさまでした Gochisōsama deshita
Du verlässt das Haus 行ってきます Ittekimasu
Abends, vor dem Schlafen おやすみなさい Oyasuminasai
Abschied für längere Zeit お元気で / さようなら O-genki de / Sayōnara

Im Laden und im Restaurant verabschiedet dich übrigens das Personal: mit „Arigatō gozaimashita“ (Vielen Dank) oder „Mata o-koshi kudasaimase“ (Beehren Sie uns wieder). Du musst darauf nicht mit einer eigenen Formel antworten. Ein Nicken oder ein kurzes „Gochisōsama deshita“ nach dem Essen reicht völlig. Mehr zu diesen Alltagsritualen wie Ittekimasu und Tadaima findest du bei den Floskeln, die es so nur in Japan gibt.

Ohne Worte: Verbeugen und Nachwinken

Zum japanischen Abschied gehört mehr als ein Wort. Unter Kollegen und gegenüber Älteren kommt eine leichte Verbeugung dazu, je tiefer, desto respektvoller. Unter Freunden wird gewinkt, und zwar oft ausdauernd: Viele Japaner winken so lange, bis der andere außer Sicht ist. Gastgeber begleiten Besucher gern bis zur Tür oder zum Auto und bleiben stehen, bis diese um die Ecke verschwunden sind. Wer sich beim Gehen noch einmal umdreht und kurz verbeugt, hinterlässt einen sehr guten Eindruck.

Typische Fehler beim Verabschieden

Fehler 1: Sayōnara zu Freunden und Kollegen. Das klingt, als würdet ihr euch lange nicht sehen, im schlimmsten Fall nach einem endgültigen Abschied. Nimm stattdessen Jā ne, Mata ne oder im Büro Osaki ni shitsurei shimasu.

Fehler 2: Bai bai im Büro. Unter Freunden völlig in Ordnung, gegenüber Vorgesetzten oder Kunden wirkt es kindlich.

Fehler 3: Otsukaresama zum Chef ohne Höflichkeitsform. Das lockere „Otsukare!“ ist nur unter Gleichgestellten üblich. Nach oben immer vollständig: Otsukaresama deshita.

Fehler 4: Das lange o verschlucken. Sayōnara, nicht Sayonara mit kurzem o. Im Schreiben fällt das kaum auf, im Gespräch hört man den Unterschied sofort.

Wenn du die Verabschiedungen auch lesen und schreiben willst: Alle Formen in diesem Artikel stehen in Hiragana, mit ein paar Kanji dazwischen. Der beste Einstieg ist deshalb Hiragana lernen. Für die Aussprache sind die kostenlosen Lernangebote von NHK World-Japan hilfreich, dem öffentlich-rechtlichen Sender Japans.

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Häufige Fragen

Was heißt Auf Wiedersehen auf Japanisch?

Auf Wiedersehen heißt auf Japanisch さようなら (Sayōnara). Es klingt allerdings nach einem Abschied für längere Zeit, deshalb verwenden Japaner es im Alltag selten.

Was heißt Tschüss auf Japanisch?

Tschüss heißt auf Japanisch じゃあね (Jā ne) oder またね (Mata ne). Beides ist locker und passt unter Freunden, in der Familie und unter gleichaltrigen Kollegen.

Was bedeutet Sayonara auf Deutsch?

Sayonara bedeutet „Auf Wiedersehen“ oder „Lebewohl“. Es stammt von „sayō naraba“, also „wenn es denn so ist“, und hat einen endgültigen Beiklang.

Wie verabschiedet man sich auf Japanisch höflich?

Höflich verabschiedest du dich mit 失礼します (Shitsurei shimasu). Verlässt du das Büro vor den Kollegen, sagst du お先に失礼します (Osaki ni shitsurei shimasu), die anderen antworten mit お疲れ様でした (Otsukaresama deshita).


Sven Mancini, Autor von Sprachfabrik24.de

Sven Mancini
Sprachlern-Autor | 6 Sprachen | 4 Grundwortschatz-Bücher

Ich bin kein Linguist, aber ich habe sechs Sprachen als Autodidakt gelernt und meine Methoden in vier Büchern dokumentiert. Auf Sprachfabrik24.de teile ich ehrliche Erfahrungen und getestete Strategien. Mehr über mich.


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