Bulgarisch – Geschichte, Herkunft, Phonologie und Schrift

Bulgarisch - Sp spricht man in Bulgarien

Bulgarisch gehört zur slawischen Sprachfamilie

Nach den romanischen und germanischen Sprachen bilden die rund 20 slawischen Sprachen gemessen an der Zahl ihrer Muttersprachler die drittgrößte aus dem europäischen Raum stammende Sprachengruppe. Die meisten Slawen sprechen Russisch (rund 150 Millionen Muttersprachler), Polnisch (55 Millionen) oder Ukrainisch (45 Millionen). Im Vergleich ist Bulgarisch mit schätzungsweise acht bis neun Millionen Muttersprachler also eine im Weltmaßstab eher wenig gesprochene Sprache.

Etwa zwei Millionen weitere Menschen beherrschen Bulgarisch neben ihrer Muttersprache als Umgangssprache. Bulgarisch wird wie auch Serbisch, Slowenisch oder Bosnisch dem südslawischen Sprachzweig zugeordnet. Hier bildet Bulgarisch zusammen mit Mazedonisch und der Sakralsprache Altkirchenslawisch die Sprachfamilie des Ostsüdslawischen.

Verbreitungsgebiet des Bulgarischen

Praktisch jeder der sieben Millionen Einwohner Bulgariens beherrscht das in seinem Land als Amtssprache festgelegte Bulgarisch. Das gilt sowohl für die von ethnischen Bulgarien gestellte Bevölkerungsmehrheit (85 %) als auch für die nationalen Minderheiten wie Balkantürken (9 %) oder Roma (5%). Jenseits der bulgarischen Landesgrenzen wird Bulgarisch vor allem in Nordmazedonien, der Ukraine, Rumänien und Serbien gesprochen.

Auch in der Türkei und Griechenland gibt es bulgarischsprechende Volksgruppen (Pomaken). In Deutschland leben etwa 50.000 Zuwanderer, die Bulgarisch als Erstsprache pflegen.


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Sprachhistorische Aspekte

Als eigenständige Sprache hat sich das Bulgarische im 9. Jahrhundert herausgebildet. Der Periode des Altbulgarischen, die großen Einfluss auf die Sprachentwicklung der Nachbarländer hatte, folgte vom 12. bis zur Einverleibung Bulgariens in das Osmanische Reich im 14. Jahrhundert die Phase des Mittelbulgarischen. Am Anfang des 15. Jahrhunderts begann dann die bis heute andauernde Periode des Neubulgarischen. Dabei spielten im 19. Jahrhundert Gesichtspunkte der „Nationalen Wiedergeburt“ mit Rückdrängung türkischer Lehnwörter bei der Entwicklung der bulgarischen Schriftsprache eine wesentliche Rolle.

In der Umgangssprache sind allerdings zahlreiche türkische Anleihen erhalten geblieben. Im 19., 20.und 21. Jahrhundert ergänzten zudem vor allem in den Bereichen Kultur und Technik etliche Anglizismen sowie Lehnwörter aus dem Deutschen und dem Französischen den bulgarischen Wortschaft. Zu den deutschen Begriffen, die sich im Bulgarischen etablieren konnten, gehören u. a. Autokran (Автокран = Awtokran) und Zeitnot
(цайтнот = Zajtnot) .

Überwogen zunächst die Einflüsse der westbulgarischen Mundarten mit ihren zahlreichen griechischen Lehnwörtern wurden schließlich ostbulgarische Dialekte bei der mündlichen und schriftlichen Sprachentwicklung dominierend.

Die Nähe des Ostbulgarischen zum Russischen förderte die Entwicklung eines auf Russland ausgerichteten Panslawismus in Bulgarien. Neben den west- und ostbulgarischen Dialektgruppen sind für die Sprachlandschaft des Bulgarischen auch die im Süden des Landes gesprochenen Dialekte der mysischen Bulgaren (z.B. die Rhodopen-Dialekte) wichtig.

Das Kyrillische Alphabet

Typisch für die bulgarische Sprache ist ferner ihre schriftmäßige Umsetzung durch das kyrillische Alphabet, dessen einzelne Buchstaben im Bulgarischen aber häufig anders ausgesprochen werden als in der dem kyrillischen System zugrundeliegenden russischen Sprache. Mit seinem Alphabet hat EU-Mitglied Bulgarien innerhalb der Europäischen Union eine Sonderstellung, die sich äußerlich z. B. in der Berücksichtigung der kyrillischen Schrift auf EU-Banknoten niederschlägt.


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